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So kommunizieren Sie betriebliche Gesundheitsangebote

HR-Werkstatt zur Kommunikation von Gesundheitsangeboten

Frage an die HR-Werkstatt: “Wie stellen wir sicher, dass jeder Mitarbeiter über BGM-Maßnahmen im Unternehmen Bescheid weiß?”

Es antwortet: Jana Backhaus, Marketing und Kommunikation bei movement24.

Immer wieder werden BGM-Maßnahmen eingestellt und es fallen Sätze wie: “Wir haben da mal was angeboten, aber kaum jemand hat teilgenommen.” Solche Erfahrungen halten viele Unternehmen davon ab, überhaupt ein dauerhaftes BGM zu implementieren. Doch mittlerweile ist BGM kein “Nice to Have” mehr: Nicht nur psychische Erkrankungen nehmen zu, auch der Bewegungsapparat leidet unter einseitiger Belastung oder zu viel Sitzen. Dies wirkt sich auf Leistungsfähigkeit und Motivation der Mitarbeitenden aus. Auch im verstärkten “War for talents” kann ein Gesundheitsangebot entscheidend sein. Doch wie stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter vorhandene BGM-Angebote nutzen?

Erfolgsfaktor Nummer 1: Kommunikation. Denn das beste Angebot verpufft, wenn es keiner kennt. Die größte Herausforderung ist dabei, Organisationsstrukturen und Arbeitsbedingungen wie Homeoffice und Schichtarbeit zu berücksichtigen, damit alle Kollegen informiert sind.

Schritt 1: Bringen Sie alle Beteiligten an einen Tisch

Am besten binden Sie von Anfang an Vertreter aller Interessengruppen ein: Geschäftsführung, Führungskräfte, Arbeitnehmervertreter, innerbetriebliche Fachexperten, Mitarbeiter und weitere Multiplikatoren, je nach Aufbau und Struktur der Firma. Vergessen Sie niemanden. Denn nur, wenn alle das betriebliche Gesundheitsmanagement mittragen, kann es ein Teil der Unternehmenskultur werden. Folgende Fragen helfen Ihnen, alle Interessengruppen zu berücksichtigen:

Leitfragen:

  • Wie groß ist das Unternehmen? Gibt es Zweig- oder Außenstellen?
  • Welche Arbeitsstätten gibt es? Bildschirmarbeitsplätze, Produktion, Außendienst und weitere? Homeoffice?
  • Wie sind die Arbeitszeiten? Handelt es sich um einen Schichtbetrieb, gibt es Kernarbeitszeiten, Gleitzeit oder feste Arbeitszeiten?
  • Wie ist die demografische Struktur der Belegschaft (Alter, Geschlecht)?
  • Wie ist die Unternehmenskultur? Ist diese offen für Neues und Veränderung? Ist ein Gesundheitsbewusstsein bereits vorhanden?

Schritt 2: Starke Marke, starke Mitarbeitergesundheit

Damit Sie das Thema Gesundheit nachhaltig im Unternehmen verankern können, ist der Aufbau einer emotionalen Gesundheitsmarke sinnvoll. So rücken die Themen schneller in das Bewusstsein der Mitarbeitenden. Unterstützen Sie BGM mit einem eigenen Logo. Das fällt auf und bleibt im Gedächtnis.

Leitfragen:

  • Welche Werte soll die Gesundheitsmarke vermitteln?
  • Welches Angebot gilt es zu vermitteln? Was haben die Mitarbeitenden davon?
  • Was verbindet man mit Gesundheit? (Farben, Icons, Bilder?)
  • Wie kann das Logo aussehen?

Schritt 3: Machen Sie eine Bestandsaufnahme

Als nächstes gilt es die bestehenden Kommunikationskanäle zu analysieren: Intranet, Mitarbeiterzeitschrift, Schwarzes Brett, Townhall Meetings, etc. Unterschiedliche Interessensgruppen sind über unterschiedliche Kanäle zu erreichen, je nach Arbeitsplatz online oder offline. Machen Sie zu Beginn eine kleine Bestandaufnahme und arbeiten Sie mit anderen Abteilungen, beispielsweise der internen Kommunikation, zusammen. Je mehr Stakeholder Sie einbinden, desto mehr Kollegen erreichen Sie. Gibt es Bereiche, in denen die Führungskraft als Informationsquelle eine essenzielle Rolle spielt? Beziehen Sie sie mit ein. Bei Bedarf schulen Sie Ihre Multiplikatoren entsprechend, damit sie das notwendige Rüstzeug haben, Sie zu unterstützen.

Leitfragen:

  • Welche Kommunikationskanäle werden bereits genutzt und wen erreiche ich darüber?
  • Wer bespielt die bestehenden Kommunikationskanäle?
  • Findet die Unternehmenskommunikation überwiegend online oder offline statt?
  • Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Verbreitung von Informationen?
  • Sind Schulungen für Multiplikatoren erforderlich?

Anhand dieser Antworten entscheidet das Team, wann über welche Kanäle und in welcher Tiefe die Mitarbeitenden ihre BGM-Informationen erhalten.

Schritt 4: Die richtige Mischung macht’s

Sind diese Fragen geklärt, heißt es dem Konzept noch das Sahnehäubchen aufzusetzen. Denn viele Mitarbeitenden sind gegenüber etablierten Kommunikationskanälen “betriebsblind”. Gerade in großen Unternehmen werden sie mit Newslettern zu allen möglichen Themen geradezu überflutet. Brechen Sie aus dem üblichen Trott aus!

Bewährt in der Kommunikation von BGM-Themen haben sich die Klassiker wie E-Mails mit konkreten Tipps, Plakate oder Flyer. Wem letztere zu aufwändig sind, der kann sich mit einem “Gesundheitspunkt” behelfen. Dies ist eine Art schwarzes Brett an diversen Orten innerhalb des Unternehmens oder den verschiedenen Standorten, an dem die aktuellen Informationen zum BGM aushängen. So hat auch der Arbeitnehmer ohne PC-Arbeitsplatz immer eine feste Anlaufstelle. Nutzen Sie dafür ungewöhnliche Stellen für einen Überraschungseffekt wie von der Decke hängende Plakate, Aufsteller vor der Kantine oder auf Snackautomaten, Kollegen, die Flyer verteilen.

Gesundheit soll Spaß machen. Trauen Sie sich, Wege fernab eintöniger Newsletter zu gehen. Wenn es die Ressourcen zulassen, gestalten Sie eine Homepage zu Ihrem Gesundheitsangebot. Diese kann als interaktive Plattform gestaltet werden, auf der die Mitarbeitende Zugriff auf Artikel, Rezepte sowie Übungen haben und ihr Wissen überprüfen können. Bieten Sie Protokolle und Checklisten zum Download an, die im Alltag unterstützen. Binden Sie Arbeitnehmer über kleine Umfragen oder eine Kommentarfunktion in die Gestaltung des Gesundheitsangebotes aktiv ein.

Leitfragen:

  • Welche Kanäle werden zur Kommunikation bisher wenig oder kaum genutzt? Warum ist dies der Fall?
  • Welche Kanäle funktionieren gut?
  • Wo und wie können Informationen platziert werden mit Überraschungseffekt?

Wie können wir die Mitarbeitenden aktiver in die Kommunikation einbinden?

Schritt 5: Hin und wieder einen Appetizer

Das Ziel einer planvollen Kommunikation ist es, Bewusstsein und Akzeptanz für die BGM-Maßnahmen zu schaffen. Sie sollen die Mitarbeitenden dabei unterstützen, gesund zu bleiben, Stress zu kompensieren und ihren Job eigenverantwortlich und selbstbewusst zu erfüllen. Zeigen Sie ihnen, dass ihre Gesundheit Ihnen am Herzen liegt.

Positive Erlebnisse sind ein wesentlicher Baustein zur Verankerung aller Maßnahmen in der Unternehmenskultur. Arbeiten Sie mit Starter-Sets, zum Beispiel einem kleinen Stoffbeutel mit dem Logo der Gesundheitsmarke, einem Trainings-Tool (Thera-Band, Blackroll-Ball etc.), einer Trainingskarte sowie einem Gesundheits-Guide mit speziell auf das Unternehmen zugeschnittenen Inhalten. Er dient als analoger Begleiter durch den Arbeitsalltag. Verknüpft mit einem Gewinnspiel oder einem Gamification-Ansatz ist das Starter-Set ein optimaler Einstieg in das BGM.

Leitfragen:

  • Welche kleinen Tools bieten meinen Mitarbeitenden Mehrwert und Unterstützung im Arbeitsalltag?
  • Wann macht es Sinn, Starter-Sets an die Mitarbeitenden auszugeben?
  • Können Starter-Sets im Rahmen der Maßnahme verteilt werden, als Anreiz zur Teilnahme?

Mit solchen kommunikativen Verstärkern sowie einer planvollen Gesundheitskommunikation über die richtigen Kanäle bindet das Unternehmen von Anfang an alle Mitarbeitenden aktiv ein und macht sie zu Beteiligten und Botschaftern für das BGM.

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