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Welche Rolle spielt die Neugier im Job?

Neugieriger Mitarbeiter
Laut einer Studie wird Neugier für Beschäftigte eine wichtige Eigenschaft. Foto: © Robert Kneschke-stock.adobe.com

Eine aktuelle Befragung hat ermittelt, ob Führungskräfte Neugier am Arbeitsplatz für eine wichtige Eigenschaft bei ihren Mitarbeitenden halten. In Deutschland stimmte mehr als jeder Zweite der Aussage zu, Neugier sei ein sehr wichtiges Kriterium.

Für seinen Curiosity Work Report hat SAS, ein weltweiter Anbieter von KI- und Analytics-Lösungen, untersucht, welchen Stellenwert Unternehmen dem Faktor Neugier beimessen. Dabei wurde Neugier als Impuls definiert, neue Informationen und Erfahrungen zu suchen sowie innovative Lösungen zu finden. Für den Report befragte SAS im Zeitraum vom 19. August bis zum 5. September dieses Jahres insgesamt 2.000 Manager in Deutschland, UK, Indien, Singapur und den USA, davon 305 aus Deutschland. Länderübergreifend gaben fast drei Viertel der Teilnehmer (72 Prozent) an, Neugier sei eine sehr wichtige Eigenschaft bei Mitarbeitenden. Hierzulande stimmten knapp sechs von zehn Befragten (59 Prozent) dieser Aussage zu. 90 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer meinen, dass Neugier heute wichtiger für Mitarbeitende sei als noch vor fünf Jahren. Als besonders wichtig erachten die Manager Neugier für IT-Fachkräfte (61 Prozent gaben dies an) sowie bei C-Level-Managern, Nachwuchskräften und Berufseinsteigern (je 50 Prozent).

Pluspunkte von Neugier: Mehr Kreativität und Innovationen

58 Prozent der deutschen Befragten stimmen voll und ganz zu, dass Neugier ein wichtiger Geschäftstreiber sei. Das größte Potenzial dabei sieht jede zweite Führungskraft (50 Prozent) in der Entwicklung innovativer Lösungen. Bei den weiteren vorgegebenen Antworten entschieden sich jeweils 43 Prozent dafür, dass Neugier Vorteile für die Analyse von Daten sowie die übergreifende Zusammenarbeit bietet und 42 Prozent im Angehen komplexer Probleme (42 Prozent) gesehen. Gefragt nach den Hauptvorteilen von Neugier am Arbeitsplatz, gaben fast alle deutschen Studienteilnehmer (95 Prozent) kreativere Lösungsansätze an, dicht gefolgt von höherer Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in unsicheren Zeiten (94 Prozent) sowie mehr Diversität in Perspektiven und höherer Zufriedenheit im Arbeitsalltag (je 93 Prozent), besserer Zusammenarbeit (92 Prozent) sowie größerer Effizienz und Produktivität (91 Prozent).

Internationale Manager finden Neugier wichtiger als deutsche

Allerdings findet jeder zweite Manager (51 Prozent), dass Mitarbeiter und Bewerber oftmals zu viel Neugier mitbringen. Und fast die Hälfte (47 Prozent) ist der Ansicht, ihr Unternehmen fördere diese Eigenschaft zu stark. Außerdem denken nur 37 Prozent, dass neugierige Mitarbeiter auch gleichzeitig bessere Leistungen bringen. Im globalen Vergleich messen die deutschen Befragten Neugier nicht soviel Bedeutung bei wie ihre internationalen Kollegen, sind kritischer bei ihrer Einschätzung der Vorteile und haben laut Studie Nachholbedarf, denn Neugier sei vor allem eine wichtige Voraussetzung, um datenbasierte Erkenntnisse als Basis für Entscheidungsfindungen zu gewinnen, so die Studie.

Und wie steht ues m die Eigenschaft bei den Führungskräften selbst? Anhand der Befragungsergebnisse hat SAS einen Curiosity Index für Manager erstellt. Danach verfügt jeder Vierte (25 Prozent) über ein hohes Maß an Neugier, knapp die Hälfte (48 Prozent) über ein mittleres und gut ein Viertel (28 Prozent) über ein geringes Maß an Neugier.

Vier “Neugiertypen” unter den Führungskräften

Zudem hat die Studie die Führungskräfte in vier Kategorien unterteilt und vier “Neugiertypen” identifiert, die beschreiben, wie sie Neugier im Arbeitsumfeld bewerten. Die “High Curiosity Collaborators”, die 17 Prozent der deutschen Befragten ausmachen, legen viel Wert auf Zusammenarbeit und Teamwork, sind beharrlich in der Suche nach Antworten und überzeugt, dass Neugier zu besserer Performance und Jobzufriedenheit führt. Die “Flexibility Driven Opinion Seekers”, von denen es 27 Prozent gibt, gehen Herausforderungen aktiv an und sind offen für andere Ansichten. Außerdem gehen sie davon aus, dass Neugier in schwierigen Zeiten Flexibilität und Anpassungsfähigkeit begünstigt, glauben allerdings nicht, dass sie grundsätzlich mehr Effizienz und Produktivität bringt. Die “Productivity-Focused Leaders” sind zu 32 Prozent vertreten. Sie denken, dass Neugier Effizienz und Produktivität steigern sowie Zusammenarbeit und Teamwork stärken kann, glauben aber weniger daran, dass sie diverse Ansichten und Ideen fördert. Schließlich werden die “Anti-Curiosity Leaders” (23 Prozent) genannt, die nicht davon ausgehen, dass Neugier in irgendeiner Form die Performance steigern kann.

Weitere Ergebnisse der Studie gibt es > hier in englischer Sprache.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.