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Impfpflicht am Arbeitsplatz: Beschäftigte sind sich uneinig

Soll es zukünftig eine Impfpflicht geben? (Foto: kebox_Adobe Stock)
Soll es zukünftig eine Impfpflicht geben? (Foto: kebox_Adobe Stock)

Die Beschäftigten in Deutschland sind sich uneinig, ob es eine Impfpflicht am Arbeitsplatz geben sollte. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Jobportals Indeed und des Meinungsforschungsinstituts Yougov (Eigenschreibweise YouGov, d. Red.) hervor. Ungeimpfte sind sich allerdings sicher, dass sie sich auch mit einer Impfpflicht nicht impfen lassen würden. Ob sie aufgrund ihres ungeimpft-Status von ihren geimpften Kolleginnen und Kollegen anders behandelt werden, ist den Ergebnissen der Umfrage nach nicht klar.

54 Prozent der 1.112 Befragten sprachen sich in der im August durchgeführten Umfrage für eine Impfpflicht aus, 41 Prozent lehnten eine solche ab. Dabei befürworten vor allem ältere Mitarbeitende die Pflicht zur Impfung am Arbeitsplatz. Erwerbstätige in Westdeutschland stimmen einer Impfpflicht eher zu als Beschäftigte in (53 Prozent gegenüber 43 Prozent). Der Bildungsstand spielt hierbei keine Rolle.

Würde eine Impfpflicht etwas verändern?

Eine Impfpflicht würde die Impfquote allerdings nicht erhöhen. Denn der Großteil der 144 befragten Ungeimpften gab an, sich auch bei einer Impfpflicht vom Arbeitgeber aus nicht impfen zu lassen, sondern rechtliche Schritte zu prüfen (68 Prozent), den Job zu wechseln (17 Prozent) oder sofort zu kündigen (3 Prozent). Auch bei mehr als der Hälfte der Geimpften würde die Impfpflicht keine Verhaltensänderungen nach sich ziehen. 52 Prozent gaben an, dass es für sie keine Rolle spiele, ob ein direkter Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin die Impfung ablehnt. 26 Prozent der befragten Geimpften würden allerdings nur auf Abstand mit den ungeimpften Kollegen und Kolleginnen arbeiten. 12 Prozent würden sie zu einer Impfung überreden, 5 Prozent ihnen die Zusammenarbeit verweigern.

Möglichkeiten, sich über den Arbeitgeber impfen zu lassen, hat eine knappe Mehrheit der Befragten erhalten (51 Prozent). Eine verpflichtende Impfung ist in Deutschland derzeit aufgrund der rechtlichen Situation nicht möglich. Eine Ausnahme stellt hier allerdings die Masern-Impfung dar, die Kindern haben müssen, um in den Kindergarten oder zur Schule gehen zu können. In den USA und in Frankreich gilt die Corona-Impfpflicht dahingegen schon für bestimmte Berufsgruppen wie beispielsweise Pflegekräfte.

 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.