Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Jeder fünfte Entscheider hält Digitalkompetenz für die wichtigste Fähigkeit

Mann kratzt sich grübelnd hinterm Ohr, im Hintergrund mehrere Fragezeichen
Bei 60 Prozent der Unternehmen stoßen auch die Mitarbeiter selbst Weiterbildungsmaßnahmen an.
Foto: © VanHope/StockAdobe

Hierzulande finden 90 Prozent der Unternehmen das Thema Weiterbildung wichtig. 99 Prozent sind der Ansicht, dass lebenslanges Lernen zunehmend relevant wird. 93 Prozent der Arbeitgeber denken außerdem, dass mit Weiterbildung die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter steigt. Rund vier von zehn Unternehmen (43 Prozent) verfügen über eine Weiterbildungsstrategie. Gut jede zweite Firma (54 Prozent) beabsichtigt, ihre Weiterbildungsinvestitionen dieses Jahr zu erhöhen. Aktuell stehen Mitarbeiter pro Jahr durchschnittlich 2,3 Weiterbildungstage und 709 Euro für die Maßnahmen zur Verfügung. Das sind Ergebnisse der Studie “Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt” des Digitalverbands Bitkom und des TÜV-Verbands. Dafür wurden 504 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern befragt. Die Studienteilnehmer waren Geschäftsführer und CEOs sowie Personalleiter und HR-Manager.

Zwei Drittel der Arbeitgeber vermitteln der Belegschaft Digitalkompetenzen

Konkret auf die Digitalisierung angesprochen, gaben 18 Prozent der Unternehmen an, dass Digitalkompetenz künftig die wichtigste Fähigkeit von Arbeitnehmern sein wird. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen bilden ihre Mitarbeiter bereits im Bereich digitale Kompetenzen weiter. 43 Prozent der Unternehmen haben eine Weiterbildungsstrategie für die Vermittlung dieser Fähigkeiten. Knapp vier von zehn Arbeitgebern (41 Prozent) sind bereit, Zeit und Kosten für solche Fortbildungen zu übernehmen. Was die Lernformen betrifft, so stehen mehr als drei Viertel der Firmen (79 Prozent) dem Thema digitales Lernen/E-Learning aufgeschlossen gegenüber. Ebenfalls gut drei von vier der Befragten (77 Prozent) halten zeitliche Flexibilität für einen Vorteil digitaler Lernangebote.

In sechs von zehn Unternehmen geben Mitarbeiter den Anstoß zu Fortbildungen

In 84 Prozent der befragten Unternehmen stellen die Fachabteilungen einen Weiterbildungsbedarf fest (inhaltsübergreifend). In 60 Prozent der befragten Unternehmen geht der Anstoß jedoch von den Mitarbeitern aus (Mehrfachnennungen waren möglich).

Oft können die Mitarbeiter selbst besser einschätzen, welche spezifische Maßnahme die richtige ist,

sagt Bitkom-Expertin Juliane Petrich. Sie vertritt die Ansicht, dass die Belegschaft aber noch zu wenig Eigeninitiative zeigt. Beim Thema Weiterbildung bestehe nicht nur eine Bringschuld der Unternehmen, sondern Mitarbeiter sollten Weiterbildungen aktiv einfordern und das Thema nicht als selbstverständlich betrachten, so Petrich. Im Idealfall würden sie sich vor einem Gespräch mit dem Vorgesetzten bereits über mögliche sinnvolle Seminare informieren und könnten deren Nutzen für die Firma an Beispielen veranschaulichen.

Auch regulatorische Anforderungen führen zu Weiterbildungsmaßnahmen

Abgesehen von Initiativen der Fachabteilungen und den Mitarbeitern selbst führen auch andere Entwicklungen dazu, dass in den Unternehmen Weiterbildungsmaßnahmen ergriffen werden. Drei Viertel der befragten Firmen (75 Prozent) stoßen Weiterbildungen an, weil sich die für sie relevanten regulatorischen Anforderungen ändern, beispielsweise durch die Einführung der Datenschutz-Grundverordnung. In fast ebenso vielen Fällen (74 Prozent) sind technische Anforderungen der Auslöser für Weiterbildungsmaßnahmen. Sechs von zehn Unternehmen (62 Prozent) ergreifen die Initiative auf Grundlage ihrer Weiterbildungsstrategie. Aber auch Kundenanforderungen spielen eine Rolle, bei 56 Prozent geben sie den Anstoß für Fortbildungsmaßnahmen.

Der vollständige Studienbericht kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.