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Reskilling: Gut jeder Zweite wäre bereit, einen neuen Job zu lernen

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland
könnte es sich vorstellen, wenn nötig auf einen gänzlich neuen Job umzuschulen
– selbst wenn es nicht unbedingt nötig ist. Das zeigt eine neue Studie. Wenn es
sein muss, wächst die Reskilling-Bereitschaft sogar noch einmal deutlich.

Füße an Straßenmarkierung.
Viele sind dazu bereit, sich beruflich umzuorientieren. Foto: jozsitoeroe/Adobe Stock

Je höher die formale Bildung, desto geringer ist die
Bereitschaft, einen neuen Job zu lernen. Das ist ein Ergebnis der Studie “Decoding
Global Reskilling and Career Paths” des Beratungshauses Boston Consulting Group
(BCG). Während knapp zwei von drei ungelernten Befragten angaben, “in jedem
Fall” zu einer Umschulung bereit zu sein, wenn es ihre Wettbewerbsfähigkeit auf
dem Jobmarkt erhöht, sinkt dieser Anteil auf 55 Prozent bei Bachelor-,53 Prozent
bei Master- und Diplom-Absolventen sowie 45 Prozent bei Menschen mit einem
Doktortitel.

Zusätzlich zu den insgesamt 55 Prozent der Befragten, die
“in jedem Fall” zu einer Umschulung bereit wären, kommen noch einmal 38
Prozent, die dann zum Reskilling bereit wären, wenn ihr Job ansonsten in Gefahr
ist. Lediglich 8 Prozent würden sich auch dann weigern.

Überdurchschnittlich hoch ist die Reskilling-Bereitschaft
laut der Studie unter anderem im Servicesektor, dem Kundenservice und im
Salesbereich, wo jeweils rund zwei Drittel “in jedem Fall” bereit wären, einen
neuen Job zu lernen, während Personalerinnen und Personaler sowie Beschäftigte
im Finanz- und Auditing-Bereich deutlich seltener (46 beziehungsweise 43
Prozent) eine Bereitschaft dazu zeigen. Im Branchenvergleich stehen wiederum
der Handel und die Reisebranche mit 64 beziehungsweise 63 Prozent auf der einen
Seite, während Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Versicherungen nur zu 47
Prozent einen neuen Job lernen würden.

Nach dem Reskilling

Die Befragten wurden in der Studie auch gefragt, welche
Rolle sie neu erlernen würden. Dabei gehörten vor allem die Beratung sowie der
Digitalisierungsbereich zu den beliebtesten Reskilling-Zielen, wobei es Unterschiede
gibt. So würden Befragte aus dem Kreativbereich am ehesten ins Marketing
wechseln wollen, Mitarbeiter aus dem Sekretariats- und Verwaltungsbereich am
ehesten in die Personalabteilung.

Neben insgesamt gut 9000 Menschen in Deutschland wurden von
BCG weitere 200.000 Beschäftigte in 189 anderen Ländern befragt. Sie ist Teil
der Befragungsreihe “Decoding Global Talents”, über
deren Ergebnisse wir hier schon einmal berichtet haben
.


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Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.