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Höhere Bildung zahlt sich aus

Fotocollage der OECD mit jungen Azubis und Schülern
Immer mehr junge Erwachsene in OECD-Ländern haben einen höheren Bildungsabschluss.
Foto: © OECD

Die aktuelle OECD-Studie 2019 vergleicht die Bildungssysteme und Bildungsausgaben der 36 Mitgliedsländer und zehn weiterer Länder. Schwerpunkt ist die höhere akademische und berufliche Bildung. Immer mehr junge Menschen in den OECD-Mitgliedsländern erwerben einen tertiären Bildungsabschluss: Während im Jahr 2008 noch rund ein Drittel (35 Prozent) über einen höheren akademischen oder beruflichen Abschluss verfügte, waren es 2018 schon 44 Prozent. In Deutschland hatten im letzten Jahr 32 Prozent einen tertiären Bildungsabschluss; zehn Jahre zuvor waren es erst 24 Prozent. Dass die Bundesrepublik hier weit unter dem OECD-Durchschnitt liegt, hänge weitgehend mit der starken Stellung der dualen Berufsausbildung zusammen, so der Bericht.

Alles weist darauf hin, dass im Zuge der sich verändernden Arbeitswelt in Zukunft besonders Jobs mit niedrigem Qualifikationsprofil wegfallen werden und der Bedarf an Fachkräften zunimmt, die kreativ sind, analytisch denken und selbständig handeln,

sagte Ludger Schuknecht, OECD-Vize-Generalsekretär anlässlich der Vorstellung der Studie.

Unterdurchschnittliche Bildungsinvestitionen in Deutschland

Deutschland investiert auch weiterhin weniger in Bildung als andere Staaten: Im Schnitt investieren die OECD-Länder fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in Bildung gegenüber lediglich 4,2 Prozent in Deutschland. Hierzulande sind die Ausgaben sowohl in der tertiären Bildung niedriger als auch die Investitionen in die Grundschulbildung, wo am ehesten Bildungsnachteile ausgeglichen werden können.

Je höher der Abschluss, umso besser Jobchancen und Verdienst

Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss haben bessere Berufsaussichten, sind also seltener arbeitslos  – das gilt für Deutschland genauso wie OECD-weit. Außerdem verdienen sie mehr als Menschen mit niedrigerem Abschluss. In Deutschland liegt die Beschäftigungsquote von Erwachsenen zwischen 25 und 34 Jahren mit Masterabschluss oder vergleichbarem Abschluss bei 88 Prozent. Bei jungen Menschen mit mittlerem Bildungsabschluss hat sich diese Quote in den letzten zehn Jahren von 78 auf 84 Prozent erhöht, wobei hier auch konjunkturelle Einflüsse eine Rolle spielten, so die Untersuchung. Absolventen aus dem Ingenieurwesen, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe verdienten im vergangenen Jahr durchschnittlich 116 Prozent mehr als Menschen mit lediglich höherer Sekundarbildung. Wer einen Abschluss in Geistes- und Sozialwissenschaften, im Journalismus und Informationswesen hat, kommt auf durchschnittlich 33 Prozent mehr Gehalt.

Frauen sind gebildeter als Männer und verdienen schlechter

Aus der Studie geht hervor, dass OECD-weit mehr Frauen einen tertiären Abschluss haben als Männer: Länderübergreifen verfügt rund jede zweite Frau (51 Prozent) zwischen 25 und 34 Jahren über diesen Bildungsabschluss, während es bei den gleichaltrigen Männern lediglich 38 Prozent sind. Hierzulande ist dieser Geschlechterunterschied deutlich kleiner: 34 Prozent der jungen Frauen haben einen tertiären Abschluss gegenüber 31 Prozent der jungen Männer. Allerdings verdienen besonders höherqualifizierte Frauen deutlich weniger als Männer mit vergleichbarem Abschluss, sowohl in Deutschland als auch im Durchschnitt der OECD-Länder. Am geringsten ist der Gender Pay Gap bei Menschen mit tertiärer Bildung in Belgien, Luxemburg, Slowenien, Spanien und in der Türkei.

Die Studie kann > hier als Online-Leseexemplar oder zum Download abgerufen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.