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Mehr digitale Kompetenz und mehr Soft Skills gefragt

Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie zeitgemäße und effiziente betriebliche Weiterbildungskonzepte aussehen sollten. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich die Weiterbildung  angesichts der sich wandelnden Arbeitswelt – vor allem der Digitalisierung – ändern muss.

Mensch zeigt auf Symbole für Blended Learning
Die Digitalisierung verlangt entsprechende Weiterbildung. Gefragt sind aber nicht nur digitale Lernformate, sondern verschiedene Lernformen und -medien als Mix.
Foto: © Artur-stock.adobe.com

Die fortschreitende Digitalisierung bringt veränderte Kompetenzanforderungen für Mitarbeiter mit sich. 60 Prozent von 1219 befragten Mitarbeitern und Führungskräften sagen, sie seien sich der benötigten Skills der Zukunft bewusst oder total bewusst. Von den befragten Geschäftsführern sind noch mehr davon überzeugt zu wissen, welche Kompetenzen in den nächsten drei bis fünf Jahren für sie relevant werden. Mehr als jeder sechste Studienteilnehmer (17,4 Prozent) sieht allerdings keinen Handlungsbedarf im Hinblick auf weitere Qualifikationen. In kleineren Unternehmen denkt dies sogar fast ein Viertel (22,9  Prozent), während in Firmen ab 500 Mitarbeitern mit 13, 9 Prozent weniger Befragte dieser Ansicht sind.

Die Trendstudie “Upskilling – Digitalisierung und neues Lernen” basiert auf einer Befragung im Frühjahr dieses Jahres und wurde von der IUBH Internationalen Hochschule durchgeführt. Grundlage der Studie ist die Frage, ob und in welchem Umfang sich bis zum Jahr 2030 bestehende Berufsfelder neu erfinden oder aber komplett entfallen. Die Studie geht von der Annahme aus, dass sich der Fachkräftemangel und fehlende Qualifikationen vorhandener Mitarbeitender zu einem zunehmenden Geschäftsrisiko entwickeln.

Für bestehende Mitarbeitende gibt es (…) im Unternehmen in vielen Fällen bald keinen Job mehr, während für neue Aufgaben qualifiziertes Personal fehlt oder die fachlichen Kompetenzen nicht ausreichen, um Aufgaben oder Berufsprofile zukunftsfähig zu machen,

schildert Prof. Dr. rer. pol. Kurt Jeschke, Professor und Prorektor Corporate an der IUBH Internationalen Hochschule, die Entwicklung. Der Umbruch am Arbeitsmarkt sei bereits da.

Digitalisierung als Treiber für veränderte Arbeitswelt und Anforderungen

Die Studienteilnehmer betrachten die Digitalisierung als wesentlichen Treiber für die Veränderung der Arbeitswelt. Entsprechend sehen 42,6 Prozent der Befragten im Bereich IT & Technik den größten Weiterbildungsbedarf. Weitere Bereiche, in denen laut Befragung ein hoher Bedarf am Ausbau fachlicher Qualifikationen besteht, sind Marketing & Kommunikation (29,7 Prozent) sowie Management & Wirtschaft (29,6 Prozent). Besonders gefragt sind Kompetenzen in den Bereichen Online & Social Media Marketing (26,8 Prozent), digitale Businessmodelle (22 Prozent) sowie Data Analytics und Big Data (21,5 Prozent).

Weiche Kompetenzen nehmen an Bedeutung zu

Insbesondere große und mittelständische Unternehmen gehen außerdem davon aus, dass sogenannte weiche Kompetenzen demnächst an Bedeutung gewinnen. Als besonders wichtige Soft Skills nannten 43,6 Prozent der Befragten Konfliktfähigkeit und -management, 42,3 Prozent führten Problemlösungskompetenz an und 39,2 Prozent halten die Fähigkeit zu Teamwork für sehr relevant. Bei den befragten Führungskräften sind die Schwerpunkte anders gelagt: 53,8 Prozent geben an, dass sie ihre Kompetenzen vor allem im Bereich Mitarbeiterentwicklung weiter ausbauen wollen. 33,6 Prozent nannten Stressprävention und 32,6 gaben an, dass sie ihre Skils im “Delegieren & Loslassen” (32,6 %) vertiefen möchten.

Bevorzugt: Mischung von digitalen Lernmedien, Präsenztraining und Coaching

Gefragt nach dem optimalen Lernformat für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb, plädieren fast drei Viertel der Studienteilnehmer (72,2 Prozent) für Blended Learning, einen Mix verschiedener Lernformen wie Online-Trainings, vertiefende Präsenzveranstaltungen und die persönliche Begleitung durch einen Coach. Lediglich 18,7 Prozent sprechen sich für reine Langzeit-Präsenzveranstaltungen und nur 9,1 Prozent für ausschließliches Online-Training aus.

Zeit und Geld sind die größten Weiterbildungshindernisse

Als größtes Hindernis bei der betrieblichen Aus- und Weiterbildung geben mit 40,2 Prozent die meisten Befragten fehlende Zeit für die Maßnahmen an. Daneben stellen vor allem Kosten und keine Zeit, sich mit den Angeboten auseinanderzusetzen, für jeweils 26,5 Prozent Hemmnisse dar.

Die gesamte Studie kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.