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Zwei von drei Arbeitnehmern fehlt die Zeit zum Lernen

Frau liest auf Laptop Text und macht Notizen auf einem Block
Die meisten Arbeitnehmer bevorzugen Text als Lernmedium.
Foto: © Andrey Popov/StockAdobe

49 Prozent der Berufstätigen gehen davon aus, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, sich um die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu kümmern. 38 Prozent sehen den Arbeitgeber in der Verantwortung. Lediglich rund jeder Dritte gibt an, in seinem Unternehmen sei jemand für Lernen und Mitarbeiterentwicklung verantwortlich. Jeder sechste Berufstätige (16 Prozent) hat überhaupt keinen Einblick darüber, wie Lernen in seinem Betrieb stattfindet. Nur jeder Dritte fühlt sich von seinem Unternehmen ermutigt, an der eigenen Weiterentwicklung zu arbeiten. Das sind Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag von > Valamis. Dafür wurden im Mai 731 Arbeitnehmer in Deutschland zwischen 18 und 60 Jahren befragt.

Hinderungsgründe für Fortbildung: Zeit, Geld, Werkzeuge

Von den Studienteilnehmern sagt fast jeder zweite, dass ihm die Zeit für Weiterbildung fehlt. Rund zwei Drittel (68 Prozent) geben an, dass ihnen nicht genügend Mittel und Werkzeuge zur Fortbildung zur Verfügung stehen. Circa jeder vierte Befragte (26 Prozent) nennt ein fehlendes Budget als Hindernis für die eigene Weiterentwicklung. 19 Prozent mangelt es an Unterstützung seitens des Managements. Außerdem gibt jeder sechste Arbeitnehmer (16 Prozent) als Hinderungsgrund fehlende Motivation an.

Je nach Altersgruppe verschiedene Lernmedien und -methoden bevorzugt

Bei den meisten Befragten ist der Text nach wie vor das bevorzugte Lernmedium; insgesamt geben dies 59 Prozent an, bei den 18- bis 29Jährigen sind es sogar 63 Prozent. Im Hinblick auf das Lernen per Video gibt es größere Altersunterschiede: Während nur 35 Prozent der 45- bis 60-Jährigen das Bewegtbild präferieren, sind es bei den 30- bis 44-Jährigen bereits 42 Prozent und bei den 18- bis 29-Jährigen ist es mehr als jeder zweite (55 Prozent). Mit auditiven Medien bildet sich ebenfalls die jüngste Gruppe mit 30 Prozent am liebsten weiter gegenüber 21 Prozent der mittleren und nur zwölf Prozent der ältesten Gruppe. Auch Lerninhalte mit Gamification-Ansatz kommen bei der jungen Generation besser an, allerdings gehören sie nur für 20 Prozent zu den Favoriten.

Praktische Lerneinheiten bei älteren Mitarbeiten am beliebesten

Präsenzseminare sind für vier von fünf der 18- bis 29-Jährigen überhaupt nicht die bevorzugte Lernmethode. Praktische Lerneinheiten und Face-to-Face-Trainings sind bei den ältesten Studienteilnehmern mit 59 Prozent am beliebtesten, gefolgt von der mittleren Generation (41 Prozent) und den Jüngeren (36 Prozent). Darüber hinaus zeigt die Studie, dass digitales Lernen, etwa über eine Lernplattform, bei circa jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) noch nicht möglich ist. Knapp ein Drittel der Firmen nutzt externe Lerninhalte aus Open-Source-Quellen, die nicht speziell auf das Unternehmen zugeschnitten sind.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.