Der demografische Wandel wird aktuell von der wirtschaftlichen Lage und der KI-Transformation überdeckt. Ihn deshalb zu ignorieren, wäre für Arbeitgeber aber fatal. Unterschiedliche Studien zeigen, wie groß die Fachkräftelücke bereits in den kommenden Jahren sein wird. Laut dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) werden bis 2028 bundesweit 768.000 Fachkräfte fehlen. Um den Fachkräftebedarf zu decken, braucht Deutschland Fachkräfte aus dem Ausland. Wie viele – darüber sind sich Wirtschaftsexpertinnen und -experten uneinig. Die Zahlen rangieren von jährlich rund 288.000 bis zum Jahr 2040 (Bertelsmann Stiftung, 2024) bis etwa 400.000 bis 2060 (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 2021).
In der Theorie ist eine Lösung, um den Fachkräftemangel zu meistern, also da. Doch in der Praxis stellt sich das Recruiting von Fachkräften aus dem Ausland als äußerst komplex dar. Und das, obwohl die Bundesregierung in den vergangenen Jahren etliche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht hat. Dies sind etwa das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, der Job-Turbo, die Westbalkanregelung und die Chancen-Karte. All diese Regelungen sollen die Gewinnung von ausländischen Fachkräften vereinfachen. Warum ist es für Arbeitgeber also weiterhin so schwer, Fachkräfte aus dem Ausland bei sich arbeiten zu lassen? Und wie können Unternehmen mit der komplexen Situation bestmöglich umgehen?
Der Status quo: Bürokratie-Dickicht
Jana Schimke ist Hauptgeschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Abgesehen vom Reinigungsgewerbe arbeiten laut dem Statistischen Bundesamt in keiner anderen Branche so viele Menschen aus dem Ausland wie in der Gastronomie. Schimke und zahlreiche Mitgliedsunternehmen des Verbands sind unzufrieden mit den aktuellen Rahmenbedingungen für das Recruiting von Fachkräften. „Zu kompliziert, zu bürokratisch, zu langsam und zu restriktiv – insbesondere beim Nachweis für Qualifikationen“, kritisiert Schimke.
Zugang wählen und weiterlesen:
- Alle Plus-Artikel nutzen
- Das Magazin als E-Paper lesen & Zugriff auf das E-Paper-Archiv
- Im Gratismonat jederzeit kündbar, danach 175 € /Jahr
- Alle Plus-Artikel nutzen
- Das Magazin als E-Paper lesen & Zugriff auf das E-Paper-Archiv
- Jederzeit monatlich kündbar
