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Auslandsjob oder nicht?

Für einen internationalen Jobwechsel sprechen entweder sachliche oder private Gründe.
Wer damit liebäugelt, im Ausland zu arbeiten, hat entweder berufliche Perspektiven oder persönliche Motive.
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de

Die meisten Menschen, die bereits einmal ins Ausland gezogen sind, um dort zu arbeiten, hatten nur ein Land in Erwägung gezogen. Von den Jobwechslern, die aus den USA nach Europa kommen, legen sich 60 Prozent von vornherein auf ein europäisches Ziel als ausländischen Arbeitsplatz fest und suchen entsprechend auch nur dort nach beruflichen Chancen. Ein Drittel zeigt sich indes flexibel und ist generell auch offen für andere Länder.

Menschen aus Europa, die sich umgekehrt für einen neuen Job in den USA interessieren, sind deutlich festgelegter: Für mehr als 80 Prozent kommen ausschließlich die USA als Arbeitsort infrage, nur 15 Prozent können sich eine lokale Alternative vorstellen. Von jenen, die mit einem Jobwechsel nach Australien oder Japan liebäugeln, sind 70 Prozent auf diese Länder festgelegt; für 23 Prozent wäre auch ein anderer Ort denkbar. Das geht aus der Studie “Why people work abroad” von Indeed hervor. Für die Untersuchung wurden 11 000 Menschen in den USA, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Australien, Japan, Frankreich und Irland zu ihren internationalen Job-Ambitionen befragt. Alle Teilnehmer haben in den letzten zwölf Monaten die Stelle gewechselt. 1039 von ihnen gaben an, bereits einmal für den Beruf in ein anderes Land gegangen zu sein.

Karriereperspektiven und persönliche Gründe als Hauptmotive

In den meisten Fällen sind es, unabhängig vom Ziel, berufsbezogene Gründe, die über einen internationalen Jobwechsel entscheiden: Insgesamt 39 Prozent gehen ins Ausland, weil sie entweder ein attraktives Stellenangebot erhalten haben oder weil sie sich dort gute langfristige Karriereperspektiven versprechen. Persönliche Gründe spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Bei jenen, die es nach Europa zieht, sind sie sogar der Hauptmotivator, besonders bei den Zielen Deutschland und Irland. Die Länder, mit denen internationale Jobwechsler vor allem eine langfristige Karriereperspektive verbinden, sind derzeit Japan und die Niederlande. Wer bereits einmal in die Niederlande gezogen ist, aber auch nach Frankreich, tat dies vor allem wegen guter Jobangebote. Menschen, die nach Australien wechseln, geben mehrheitlich an, den Kontinent schon immer als reizvolles Ziel empfunden zu haben. Außerdem verbinden sie den Jobwechsel dorthin mit einer Veränderung ihres Lifestyles.

Deutschland ist nicht das Land der Träume, aber…

Nach Großbritannien ist Deutschland das attraktivste Ziel in Europa, wenn es um internationale Jobwechsel geht. In Großbritannien sind derzeit gemäß einer anderen Indeed-Erhebung eine Million Jobs mit Arbeitnehmern aus Mitgliedsstaaten der EU besetzt. Die Nachfrage nach Jobs seitens EU-Bürgern hat jedoch seit dem Brexit um 18 Prozent nachgelassen. Jobwechsler, die zum Arbeiten nach Deutschland kommen, wechseln in erster Linie aus persönlichen Beweggründen (24 Prozent) oder weil sie ein konkretes und überzeugendes Stellenangebot erhalten haben (23 Prozent). Nur elf Prozent von ihnen gaben an, dass sie schon immer einmal in Deutschland leben wollten. Von den Deutschen ihrerseits geben 44 Prozent an, dass ein internationaler Jobwechsel für sie denkbar ist.

Persönliche Motive sprechen zumeist auch gegen den Umzug

Viele der Befragten erwägen oder erwogen zwar, ins Ausland zu ziehen, scheuen vor der Entscheidung jedoch zurück. Für die meisten, etwa ein Drittel, sind familiäre oder persönliche Gründe ausschlaggebend. Wer einen internationalen Wechsel nicht einmal in Erwägung zog, hat zumeist eine starke persönliche Affinität zu dem Ort, an dem er aktuell lebt.

Eine Übersicht der Studienergebnisse gibt es > hier.