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Jobsuche: Google nach Jobbörsen und Karriereseiten auf Platz drei

Frau vor Laptop, auf Monitor
Die Suchmaschine Google nutzt bislang jeder sechste Jobsuchende, um freie Stellen zu finden.
Foto: © Andrey Popov/StockAdobe

In Deutschland gibt es über 1000 Online-Jobbörsen, dazu kommt Google als reichweitenstärkste Suchmaschine. Von Januar bis März 2019 nutzte jeder zweite Stellensuchende (51 Prozent) und damit die Mehrheit große Online-Jobbörsen, um sich über Stellenangebote zu informieren. An zweiter Stelle mit 20,8 Prozent standen Karriereseiten und Jobangebote auf den Websites von Arbeitgebern. Auf Google suchten 16,8 Prozent, um in die Jobsuche einzusteigen. Auf Nischenbörsen für bestimmte Berufe, Branchen oder Regionen schauten sich 3,5 Prozent nach Stelleninseraten um. Andere Kanäle wie gedruckte Tageszeitungen (1,1 Prozent) und Social Media wie Facebook und Instagram (0,7 Prozent) spielten eine verschwindend geringe Rolle. Das zeigt die Online-Umfrage “Jobsuche in Zeiten von Google Jobs” von Softgarden, an der im ersten Quartal dieses Jahres 2733 Bewerber teilgenommen haben. Anmerkung: Google Jobs stand erst ab März zur Verfügung und erste Erfahrungen dazu wurden nicht explizit abgefragt.

Erste Suche per Google vor allen nach Jobs in der Region und Online-Jobbörsen

Von jenen, die Google für die Jobsuche nutzen, geben die meisten (47,9 Prozent) Keywords ein, um Stellen in ihrer Region oder Stadt zu suchen. 24,4 Prozent suchen gezielt nach Online-Jobbörsen. Weitere 13,5 Prozent suchen ortsunabhängig nach Jobs und geben Jobnamen in die Suchmaske ein. 10,2 Prozent fahnden nach konkreten Arbeitgebern und nutzen als Keywords Unternehmensnamen, Ort, Job oder Region. Dem Statement “Ich kann alle für meine Jobsuche relevanten Informationen schnell per Google finden”, stimmte etwas mehr als die Hälfte (53,1 Prozent) der Befragten zu. Für 34,9 Prozent trifft dies nur zum Teil zu und für zwölf Prozent eher nicht oder überhaupt nicht.

Zweiter Schritt der Suche: Karriereseiten und Jobbörsen knapp vor Google

Nach den ersten Treffern recherchieren mit 86,4 Prozent die meisten Jobsuchenden weiter, um mehr über die angebotenen Stellen und die inserierenden Arbeitgeber zu erfahren oder um noch weitere Angebote zu recherchieren. 13,6 Prozent bewerben sich nach der ersten Suche direkt. Von jenen, die weitersuchen, nutzen 82,6 Prozent häufig oder sehr häufig die Karriereseiten und Jobangebote auf den Websites der Arbeitgeber. In allgemeinen Jobbörsen recherchieren 81,5 Prozent und gut drei Viertel (78,4 Prozent) suchen auf Google weiter.

Selbstdarstellung von Arbeitergebern wichtigstes Kriterium dafür, dass ein Job in die engere Wahl kommt

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, welche Faktoren ausschlaggebend dafür sind, dass ein Job für sie in die engere Wahl kommt und sie sich darauf bewerben. Hier zeigt sich, dass die Selbstdarstellung des Unternehmens auf Websites und in Stellenanzeigen vorn liegt: 55,1 Prozent priorisierten diesen Faktor mit dem Wert 1 oder 2 auf einer 6er-Skala. An zweiter Stelle rangieren mit 53,4 Prozent Berichte über den Arbeitgeber von Freunden oder Familie. Für 31 Prozent ist das Abschneiden des Unternehmens auf Arbeitgeberbewertungsplattformen ein sehr wichtiges Kriterium.

Attraktive Arbeitsinhalte bei inhaltlichen Faktoren entscheidend für eine Bewerbung

Bei den inhaltlichen Faktoren und Argumenten, die am ehesten dazu führen, dass ein Stellenangebot bei Bewerbern in die engere Wahl kommt, steht die Attraktivität von Arbeitsinhalten und -methoden vorn: Für 61,9 Prozent der Befragten hat dieses Kriterium die höchste Priorität. 46,6 Prozent der Jobsuchenden ist wichtig, dass die Unternehmenskultur zu ihnen passt. Mit 35,4 Prozent nehmen gute Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung den dritten Rang ein.

Wie Arbeitgeber die Auffindbarkeit von Jobs aus Bewerbersicht verbessern können

“Was sollten Arbeitgeber tun, damit ihre Jobangebote möglichst gut gefunden werden?”, lautete eine Frage an die Umfrageteilnehmer. Die Antworten zeigen ein breites Spektrum an Aspekten, etwa: “Jobangebote auf der eigenen Website aktuell halten. Oft ist das nicht der Fall”, “eine individuelle und sehr präzise Jobbeschreibung”, “Stellenanzeigen auf allen wichtigen Jobportalen” veröffentlichen oder “Jobangebote sollten auf der ersten Seite bei Google kommen, wenn man die passenden Begriffe sucht.” Arbeitgeber sollten hier nicht auf allen, aber unbedingt auf mehreren Hochzeiten tanzen, dazu gehöre auch Google, empfiehlt Softgarden-Geschäftsführer Mathias Heese. Zudem rückten mit Google Arbeitgeberbewertungen in den Entscheidungshorizont der Kandidaten, so Heese.

Das Whitepaper mit allen Umfrageergebnissen kann > hier zum Download abgerufen werde. Es enthält auch Tipps, wie Arbeitgeber die Auffindbarkeit ihrer Angebote verbessern können.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.