Bereits zum elften Mal hat die Studie „Best Recruiters“ die Recruiting-Qualität der Top-Arbeitgeber in der DACH-Region unter die Lupe genommen. Für die Studie 2022/2023 wurden insgesamt 1.263 Arbeitgeber berücksichtigt, davon 252 aus Deutschland. Die deutschen Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen auf veränderte Anforderungen der Kandidaten reagieren. Dazu gehört, dass sie in Stellenanzeigen vermehrt auf ihre Homeoffice- und Gesundheitsangebote hinweisen, aber auch den Unternehmenszweck häufiger thematisieren.
Deutsche Unternehmen vorn, nur bei Kontaktaufnahme per E-Mail nicht
Die Recruiting-Qualität wird anhand von Erhebungssäulen Online-Recruiting-Präsenz, Online-Stellenanzeigen, Umgang mit Bewerbern und Bewerber-Feedback ermittelt. Diese sind in zehn Kategorien eingeteilt: Karriere-Website, Social Web, Mobile Recruiting, Inhalt der Online-Stellenanzeigen, Mobile Usability, Usability der Online-Stellenanzeige, Usability im Bewerbungsprozess, Kontaktaufnahme per E-Mail, Bewerbungsresonanz und Talent Relationship Management. Insgesamt wurden 287 Kriterien überprüft. Wie in der Vorgängerstudie liegen die deutschen Ergebnisse in allen Kategorien über denen in Österreich und der Schweiz mit einer Ausnahme: der Kontaktaufnahme per E-Mail. Hier reagierten österreichische Arbeitgeber generell häufiger, rascher und auch transparenter als deutsche, aber auch Schweizer Unternehmen. Besonders gut schneiden Recruiting-Abteilungen hierzulande beim Einsatz sozialer Medien ab, die sie für die passgenaue Zielgruppenansprache nutzen. Aber auch die Usability der Online-Stellenanzeigen hebt sich positiv hervor, während die Mobile Usability noch ausbaufähig ist.
Die zehn besten Arbeitgeber in Sachen Recruiting
Die diesjährigen Top-Ten-Arbeitgeber in Deutschland sind Otto, KPMG, Bundesagentur für Arbeit, Gothaer Versicherungsbank, Randstad Deutschland, Hays, Fresenius, Asklepios Kliniken, Avangarde Experts und ConSol Consulting & Solutions Software. Die kompletten Rankings für alle drei Länder sind hier zu finden.
Aus den aktuellen Studienergebnissen geht hervor, dass sich einige HR-Trends verstetigen oder neu hinzukommen. So weist jede zweite Stellenanzeige (50 Prozent) in Deutschland auf Maßnahmen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement im Unternehmen hin. Fast genauso viele Jobinserate (48 Prozent) erwähnen die Möglichkeit zum ortsunabhängigen Arbeiten. Auch Unternehmenszweck und -sinn rücken stärker in den Fokus: 40 Prozent der kommunizieren auf der Karriere-Website ihren Corporate Purpose und etwas mehr als ein Fünftel (22 Prozent) geht auch in den Stellenanzeigen darauf ein.
Verbesserungspotenzial bei mobilen Bewerbungen und Einblicken in den Arbeitsalltag
Die Analyse zeigt jedoch auch Schwachstellen auf. So fordern 55 Prozent der deutschen Unternehmen bei mobilen Bewerbungen von den Nutzern, einen Bewerbungs-Account zu erstellen. Dies ist laut Studie jedoch vielen Jobsuchenden zu umständlich. Und auch die Bewerbungsübermittlung ist im Vergleich aufwändig: Bei 44 Prozent der mobilen Bewerbungsformulare müssen Jobinteressierte mehr als 20 Felder per Smartphone ausfüllen, während dieser Anteil im Durchschnitt der DACH-Region mit 35 Prozent etwas niedriger liegt. Studienleiterin Agnes Koller weist außerdem darauf hin, dass Unternehmen zu wenig Praxisbeispiele in Form von persönlichen Geschichten und Erfahrungen präsentieren, die authentisch aufzeigen, wie etwa die flexible Arbeitsgestaltung konkret abläuft.
Die Präsentation der Studienergebnisse sowie die Auszeichnung der Best Recruiters 2022/2023 wird vom 4. bis 8. September in Form von Branchenvideos auf Youtube veröffentlicht.
Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

