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Duzen in Stellenanzeigen kann abschreckend wirken

Joviales Miteinander - in Stellenzeigen kommt vertrauliches Duzen jedoch manchmal respektlos rüber.
Bild (CCO): pexels.com
Joviales Miteinander – in Stellenzeigen kommt vertrauliches Duzen jedoch manchmal respektlos rüber.
Bild (CCO): pexels.com

“Hast Du Lust, in einem dynamischen Team zu arbeiten? Dann bewirb Dich bei uns!” So oder so ähnlich werden Kandidaten in Jobinseraten mittlerweile oft angesprochen. Vor allem junge Unternehmen und Start-ups pflegen heute eine “Du”-Kultur nach amerikanischem Vorbild – sowohl in der Belegschaft als auch hierarchieübergreifend. Das Duzen in Stellenanzeigen soll potenziellen Bewerbern offenbar vermitteln, dass im Unternehmen eine angenehme und offene Arbeitsatmosphäre herrscht. Doch der lockere und vertraulich wirkende Umgangston kommt nicht bei allen gut an.

Mehr als jeder Dritte will in Jobinseraten nicht geduzt werden

Mehr als ein Drittel (35,2 Prozent) der Jobsuchenden bewertet das Duzen in Jobinseraten als negativ und wenig wertschätzend. Nur etwas mehr als ein Viertel (26,2 Prozent) wird hier gerne geduzt und empfindet dies als Zeichen für eine gute Firmenkultur. 38,6 Prozent sagen, dass dieser Aspekt kein Entscheidungskriterium für die Bewerbung darstellt. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von > Careerbuilder unter 1018 Nutzern der Online-Stellenbörse jobs.de hervor. Vor allem auf erfahrene Kandidaten oder Bewerbern mit Führungserfahrung könnte das Duzen in der Jobanzeige möglicherweise befremdlich oder respektlos wirken, so Careerbuilder.

Jeder zweite Mitarbeiter duzt Kollegen und siezt den Chef

Die Befragungsteilneher wurden auch danach gefragt, wie es bei ihnen tatsächlich im Berufsalltag aussieht. Danach duzen 71,5 Prozent der Arbeitnehmer ihre Kollegen und bewerten dies positiv. 49,4 Prozent duzen zwar ihre Kollegen, siezen aber ihre Vorgesetzten und empfinden das als idealen Mix. Bei lediglich 22,1 Prozent herrscht die Duzkultur über alle Hierarchieebenen hinweg und wird so als richtig wahrgenommen. In 11,7 Prozent der Fälle siezt sich die gesamte Belegschaft. 9,3 Prozent der Befragten duzen sich nur unter Kollegen, finden aber, das sollte für die gesamte Belegschaft gelten. Andererseits gaben 4,8 Prozent an, dass sie nur ihre Vorgesetzten siezen, sich aber ein einheitliches “Sie”-Modell wünschen. Weitere 2,6 Prozent der Befragten sagten, bei ihnen duze sich die gesamte Belegschaft, doch sie würden lieber gesiezt werden.