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Ein Drittel der Unternehmen will mehr Mitarbeiter einstellen

Rekcuiting- und HR-Symbole
Eine Studie hat nachgefragt, worauf es HR bei der Personalgewinnung derzeit ankommt.
Foto: © Sikov-stock.adobe.com

Fast vier von zehn Unternehmen hierzulande (37,9 Prozent) gehen davon aus, dass der Personalbedarf bei einfachen Mitarbeitern steigt. Knapp ein Drittel (30,3 Prozent) rechnet mit einem erhöhten Bedarf an Spezialisten und etwa jeder Fünfte (16,7 Prozent) denkt, dass mehr Führungskräfte benötigt werden. Aufgrund des höheren Personalbedarfs erwarten viele Unternehmen, dass sie mehr Zeit für die Rekrutierung benötigen und die Kosten für die Personalgewinnung ebenfalls steigen werden. Das sind Ergebnisse der Studie “Wachstum oder Rückgang? Wo steht HR in 2020?”, die Persona Service und Baumgartner & Partner Management Consultants in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Skopos durchgeführt haben. An der Online-Befragung nahmen Ende des ersten Quartals 2020 knapp 500 Personalverantwortliche und Geschäftsführer in Deutschland teil.

Unternehmen setzen bei der Personalgewinnung vor allem auf Empfehlungen und die eigene Website

Gefragt nach den Rekrutierungskanälen, geben 81 Prozent der Personaler an, dass sie derzeit Empfehlungen nutzen, um neue Mitarbeiter zu rekrutieren und dies auch in Zukunft tun wollen. 80 Prozent setzen auf die eigene Website als Rekrutierungskanal. Rund 74 Prozent greifen auf Personaldienstleister zurück. Online-Stellenbörsen stehen mit 72 Prozent auf Platz vier. Active Sourcing wird mit nur circa 29 Prozent weniger genutzt, um geeignetes qualifiziertes Personal zu beschaffen. Social-Media-Kampagnen kommen mit etwa 23 Prozent noch seltener zum Einsatz.

Social Media und Active Sourcing als Rekrutierungskanäle erfordern Know-how und sind zu teuer

Dass Unternehmen noch relativ selten soziale Medien in ihre Rekrutierungskampagnen einbeziehen, führt die Studie unter anderem darauf zurück, dass es sich um eine vergleichsweise junge Disziplin handle, die Experten-Know-how an der Schnittstelle zwischen Online-Marketing und Online-Rekrutierung voraussetze. Ähnliches gelte für Active Sourcing – ein Rekrutierungskanal, der nur von langjährigen Experten effizient bedient werden könne. Diese Position in kleineren Unternehmen zu besetzen, lohne sich schon aus finanzieller Sicht nicht, zumal der Zugang zu den relevanten Rekrutierungsnetzwerken für Active Sourcer mit weiteren Kosten verbunden sei. Andererseits böten genau diese Rekrutierungskanäle enorme Potentiale, denn gerade über soziale Medien könnten wechselwillige Kandidaten angesprochen werden, die nicht aktiv auf Jobsuche sind.

Personalbedarf wird trotz Corona wieder ansteigen

Insgesamt geht es jetzt laut Studie vor allem darum, die Rekrutierungskosten und -zeiten mit Expertise und Effizienz langfristig zu minimieren. Was die Corona-Krise betrifft, signalisierte die deutsche Wirtschaft im Mai erstmals Erholungstendenzen vor allem im Bereich der Geschäftserwartungen. In Verbindung mit dem Konjunkturpaket der Bundesregierung die Wirtschaft werde der Konsum der Bürger gestützt, der Personalbedarf in den Unternehmen werde wieder ansteigen und dann bedürfe es einer ausgereiften Rekrutierungsstrategie, so die Autoren.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.