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Interesse an MINT-Berufen nimmt ab

Junge Frau mit Laborkittel schaut in Mikroskop
MINT-Fachkräfte sind gefragt. Viele Deutsche denken jedoch, dass Frauen in diesen Berufen nicht die gleichen Chancen haben wie Männer.
Foto: © kasto/StockAdobe

In Deutschland begann das Ausbildungs- jahr 2019 im Maschinenbau laut Branchenverband VDMA mit 34 000 unbesetzten Stellen und das ist nur ein Beispiel. Dabei werden junge Menschen heute dreimal häufiger als früher ermutigt, einen MINT-Beruf zu wählen. Allerdings sagen immer noch 60 Prozent der Bundesbürger, nicht dazu ermutigt worden zu sein. Rund die Hälfte der Menschen hierzulande (49 Prozent) interessiert sich auch gar nicht für eine MINT-Karriere. Gleichzeitig sehen fast neun von zehn Deutschen (87 Prozent) eine gute Ausbildung in den MINT-Berufen als wichtig für die Zukunft des Landes an. Das sind Ergebnisse der fünften jährlichen MINT-Studie des Technologie- und Engineering-Unternehmens > Emerson. Dafür wurden im Juni 18 290 Erwachsene aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Indien, den Philippinen, Saudi-Arabien, Südkorea, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten befragt, davon 2004 Menschen aus Deutschland. Die Hälfte der Studienteilnehmer hat Kinder im Schulalter.

Generation Z macht sich weniger aus MINT-Berufen

Die Studie macht wenig Hoffnung, dass der Fachkräftemangel in den MINT-Berufen in absehbarer Zeit behoben sein könnte – im Gegenteil: Während von der Generation der Babyboomer noch gut jeder Zweite (52 Prozent) MINT-Berufe für wichtig hält, ist es in der Generation Z nur noch circa jeder Dritte (35 Prozent). Allerdings gibt die Studie keine Auskunft darüber, wie hoch im Vergleich das Interesse der Generation Y, den sogenannten Millennials, an diesen Berufen war oder ist.

Mangelnde Information und Benachteiligung von Frauen

Interesse hin oder her: Fast drei Viertel der befragten Deutschen (71 Prozent) finden, dass zu wenig über die Chancen in MINT-Berufen informiert wird. Auch denken drei von vier Studienteilnehmern hierzulande (75 Prozent), dass Frauen in Zusammenhang mit diesen Berufen weiter benachteiligt werden. Als Haupthindernisse nennt jeder Zweite (52 Prozent) geschlechtsspezifische Stereotype und ungleiche Chancen in der Wirtschaft. 55 Prozent denken, dass Jungen doppelt so häufig ermutigt werden, einen Beruf im MINT-Bereich zu wählen als Mädchen. Darüber hinaus sagen 39 Prozent der hiesigen Befragten, es fehle an weiblichen Vorbildern in der Industrie. Um die Talentlücke in den MINT-Berufen zu schließen, so die Studienautoren, werde die gezielte Förderung von Kandidaten jeden Geschlechts ein zentraler Aspekt sein.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.