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Generation Z – was auf Arbeitgeber zukommt

vier junge Menschen sitzen nebeneinander und beschäftigen sich mit ihren Smartphones, auf den Gesichtern Social-Media-Symbole
Die Generation ist mit digitaler Technologie aufgewachsen und erwartet sie auch im Bewerbungsprozess. Foto: © rzoze19/StockAdobe

Mehr als jeder zweite Vertreter der Generation Z (55,9 Prozent) schätzt die Arbeitsmarktentwicklung für sich persönlich als positiv ein. Zum Vergleich: Von den ältesten Arbeitnehmern, den Babyboomern, sagen dies 39,4 Prozent. Knapp die Hälfte der jungen Menschen glaubt daran, den Traumjob zu finden, während das über alle Altersgruppen hinweg weniger als ein Drittel denkt. Allerdings klagen die Jüngsten, die bereits berufstätig sind, mehr als anderen darüber, dass ihre Jobs irrelevant seien.

Ohne Homeoffice-Möglichkeit geben vier von zehn der Kandidaten keine Jobzusage

Sowohl Auszubildende als auch Studenten und Schüler sagen, dass Zufriedenheit bei der Arbeit für sie an erster Stelle steht. Auf Platz zwei bei Studenten und Schülern stehen Sorgenfreiheit und Sicherheit, bei Azubis ist Anerkennung am zweitwichtigsten. Die Generation Z zeigt sich gleichzeitig sehr engagiert, denn sie gibt doppelt so häufig wie alle Vorgängergenerationen an, dass sie für die Arbeit lebt. Besonderen Wert legt sie allerdings darauf, von zuhause aus arbeiten zu können: Vier von zehn Vertretern dieser Altersgruppe sagen, dass sie eine Stelle, die ihnen keine Möglichkeit zum Homeoffice gibt, nicht annehmen würden. Dafür legen die jüngsten Berufstätigen weniger Wert auf die Work Life Balance als ältere. Selbst bei den Babyboomern ist der Anteil derer, denen dieses Kriterium wichtig ist, um 15 Prozent höher. Das sind Ergebnisse der Studie “Recruiting Trends 20202 des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg sowie des Karriereportals Monster. An der repräsentativen Befragung nahmen 12,7 Prozent der Top-1000 Unternehmen und 10,7 Prozent der 300 größten Unternehmen aus der IT-Branche in Deutschland teil. Die Ergebnisse wurden mit Nutzungsverhalten und Einschätzungen von über 3500 Kandidaten verglichen.

Bewerbungen müssen zügig und einfach ablaufen

Die Generation Z nutzt digitale Technologien bei der Jobsuche mehr als alle anderen Generationen und hält sie nicht nur für schneller, sondern auch für einfacher und fairer. 60,5 Prozent recherchieren auch von unterwegs mit einem Smartphone nach Stellen und mehr als die Hälfte (53,5 Prozent) bevorzugt es, sich auch auf diese Weise zu bewerben. Jeder Dritte veröffentlicht gezielt Informationen in persönlichen Online-Profilen, um von digitalen Talent Recommendern gefunden zu werden, die Unternehmen automatisiert Kandidaten vorschlagen. Von den Babyboomern tun dies nur halb so viele. Jeder vierte Vertreter der Generation Z (23,4 Prozent) macht Gebrauch von automatisierten Empfehlungssystemen und interagiert mit HR-Chatbots gegenüber nur 5,6 Prozent aller Altersgruppen. Bei der Direktansprache werden sechs von zehn Kandidaten am liebsten per E-Mail kontaktiert.

Die Generation Z hat nie Wartezeiten auf die Briefpost kennengelernt und hält Echtzeit-Reaktionen für normal,

sagt Prof. Dr. Tim Weitzel, Studienleiter und Professor am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Universität Bamberg. Das bedeute, dass Unternehmen, die sich nicht auf Dialoge und schnelle Antworten einstellen, Kontakte verlieren.

Digitalisierung ja, aber…

Trotz der Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Technologien fühlt sich die Generation Z schneller als andere Altersgruppen überfordert, wenn zum Beispiel beim Upload der Bewerbung etwas nicht klappt, und sehr komplexe und undurchsichtige Vorgänge sind für sie abschreckend. Auch gibt die Generation Z häufiger als jede andere Altersgruppe an, dass der Umgang mit digitalen Technologien im Job sie erschöpft und weniger leistungsfähig macht. Und sie sind sich der Risiken der Digitalisierung bewusster: 40 Prozent haben Angst davor, durch Algorithmen oder maschinelle Prozesse ersetzt zu werden, während von allen Befragten knapp ein Viertel diese Befürchtung teilt.

Weitere Informationen zur Studie gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.