Als die Digitalisierung mitsamt Social Media und KI noch niemanden um den Schlaf brachte, bewies die Personalsuche eine kreative Meisterschaft, die viele Recruiterinnen und Recruiter heute nur noch staunend zurücklässt. Wenn sich Thomas Perlitz erinnert, was unter seiner Führung als Personalchef von Ingram Micro, Henkel oder Gerresheimer alles möglich war, sprudelt es nur so aus ihm heraus: In öffentlichen Verkehrsmitteln, „die Schichtarbeitende anderer Firmen zum Werk und nach Hause brachten“, hielten Recruiter flammende Reden mit dem Ziel, die Malocher für einen Wechsel zu gewinnen. Und um junge Leute für eine Ausbildung zu begeistern, kaufte Perlitz gleich eine ganze Kinovorstellung – „inklusive Popcorn für alle“.
Überraschend, spektakulär, emotional packend: Guerilla Recruiting vom Feinsten. Heute hingegen gleicht die Personalwerbung einem betriebswirtschaftlichen Hauptseminar, in dem das erlernte theoretische Grundgerüst seine Praxistauglichkeit in einer Fallstudie unter Beweis stellen muss – gründlich und möglichst fehlerfrei. Alles ist zu Beginn des Employee Lifecycles durchgetaktet; unzählige Datenpunkte begleiten Kandidatinnen und Kandidaten vom Erstkontakt bis zum Onboarding, jeder Schritt wird penibel erfasst und nach vordefinierten Kennziffern beurteilt: Wo docken Bewerbende an, wie gut erfüllen sie die Anforderungen, wie schnell unterschreiben sie den Arbeitsvertrag?
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