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Das braucht der akademische Nachwuchs jetzt

Der junge akademische Nachwuchs ist verunsichert, was die eigene berufliche Zukunft angeht. (Foto: Rocketclips_Adobe Stock)
Der junge akademische Nachwuchs ist verunsichert, was die eigene berufliche Zukunft angeht. (Foto: Rocketclips_Adobe Stock)

Orientierungs- und perspektivlos – so fühlen sich derzeit viele Studierende und frische Alumnis. Laut einer aktuellen Umfrage der Recruitings- und Karriereorientierungsplattform Jobteaser ist einem Großteil des akademischen Nachwuchs nicht klar, wie der berufliche Weg für sie aussehen soll. Dies steht im starken Kontrast zu der Ansicht der Personalverantwortlichen, die durch die Corona-Pandemie ihr Recruiting von akademischen Nachwuchskräften nicht beeinträchtigt sehen. Die Studienverfasser empfehlen deshalb, den Generation Z-Akademikern die unbegründeten Sorgen bestmöglich durch eine klare Kommunikation und das aktive Anbieten von Berufseinstiegs-Möglichkeiten zu nehmen.

79 der 100 Personalverantwortlichen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben an, weiterhin Studierende und Absolventen einzustellen. Dabei hätten sich die Ansprüche der Recruiterinnen und Recruiter an die jungen Erwachsenen nicht geändert. Allerdings bemerkten die Personalverantwortlichen, dass sich die Erwartungshaltung des Nachwuchses gewandelt hat. Die Generation seien bezüglich der Aufgaben und des Arbeitsumfelds kompromissbereiter, gaben 44 der befragten Personalverantwortlichen an. Dennoch gibt es Dinge, die dem akademischen Nachwuchs weiterhin wichtig sind. So schreiben die befragten Alumni und Studierenden weiterhin der Unternehmenskultur (58 Prozent) und dem sozial-gesellschaftlichen Engagement ihres Arbeitgebers (44 Prozent) eine hohe Bedeutung zu. Hinsichtlich Bewerbungen fordern sie klare Definitionen der ausgeschriebenen Stellen, konkrete Gehaltsangaben und Informationen zum Team sowie der Unternehmenskultur.

Parktische Berufserfahrungen zu sammeln ist schwierig

Während die Personalverantwortlichen keine Beeinträchtigungen durch die Pandemie spüren, löst sie bei den betroffenen Studierenden und Absolventen eine immer größer werdende Verunsicherung aus. Waren sich  im September 2020 32 Prozent der Studierenden hinsichtlich ihrer beruflichen Ambitionen wegen Corona unklar, sind es ein halbes Jahr später rund 80 Prozent, die keinen klaren Berufsweg mehr vor Augen haben. Die Gründe: Jeder achte der mehr als 3.000 befragten Studierenden (13 Prozent) klagt über pandemiebedingte Probleme auf dem Arbeitsmarkt. So haben die Betroffenen unter anderem ihren Arbeitsplatz verloren und Absagen oder Verschiebungen von Stellenangeboten erlebt. 48 Prozent, die einen Job suchten, konnten zudem keinen finden. Ein Drittel der Befragten macht sich große Gedanken darüber, wie das eigene Studium weiterhin finanziert werden soll. “Die Sorge um den Berufseinstieg korrespondiert mit den Schwierigkeiten, bereits im Studium praktische Berufserfahrungen sammeln zu können”, sagt Svenja Rausch, Head of Communication & Marketing DACH bei Jobteaser. “Die Studierenden befürchten natürlich durch wegfallende Praktika, Werkstudentenstellen und Auslandsaufenthalte, wichtige Qualifikationen und Orientierungsmöglichkeiten zu verpassen.” Auch fühlen sich viele Studierende und Alumni derzeit einsam.

Aus den Umfrage-Ergebnissen ergibt sich laut den Studienverfassern, dass Personalverantwortliche klarer kommunizieren müssen, dass sie weiterhin Jobs an akademischen Nachwuchs verteilen möchten. So sollte HR aktiv über die Hochschulen und in den sozialen Medien auf die jungen Erwachsenen zugehen und sich auch als Berater positionieren. Denn die Generation Z wünsche sich Hilfe und Führung, damit sie aus ihrer Orientierungs- und Perspektivlosigkeit herauskommen. Auch sei es hilfreich, wieder verstärkt Praktika und Werkstellen für Studierende anzubieten.

 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.