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Stellenanzeigen: Jobsuchende wollen mehr Infos und Transparenz

Frau in Café am Laptop bei Jobsuche
Welche Stellenangebote wird die Jobsuche ergeben? Auf jeden Fall interessieren Bewerber Anzeigen mit konkreten Infos am meisten. Foto: © Song_about_summer-stock.adobe.com

Stellenanzeigen sind immer noch das wichtigste Einstiegstor für die meisten Bewerber, so der Recruiting-Software-Anbieter Softgarden, der das aktuelle Such- und Bewerbungsverhalten von Stellensuchenden unter die Lupe genommen hat. Dafür wurde überprüft, welche Faktoren dazu führen, dass sich mögliche Kandidaten tatsächlich zu einem potenziellen neuen Arbeitgeber “durchklicken”. Für die Studie wurden von März bis Juni dieses Jahres 6720 Bewerber befragt.

Bewerber erwarten Gehaltstransparenz und Bewertungen von Mitarbeitern

Die Analyse zeigt, dass die meisten Unternehmen in Jobinseraten und Karrierewebsites auf Selbstwerbung oder gleichförmige Floskeln setzen, dabei haben Stellensuchende ganz andere Erwartungen. Zum Beispiel wünschen sie sich konkrete Angaben zum zu erwartenden Gehalt. Drei Viertel der Jobsuchenden (74,3 Prozent) klicken bevorzugt Online-Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe an. Ansonsten identische Stellenanzeigen ohne Gehaltsangabe hingegen werden nur von einem Viertel der Kandidaten (25,7 Prozent) aufgerufen. Den größten Effekt darauf, ob Stellensuchende ein Jobinserat bis zum Schluss durchklicken (Click-through-Rate), haben jedoch integrierte positive Arbeitgeberbewertungen: Stellenanzeigen mit integrierten Bewertungen von Mitarbeitern des Unternehmens wurden von 80,7 Prozent der Teilnehmer angeklickt. Dabei gibt es offenbar einen Grenzwert, der darüber entscheidet, ob ein Unternehmen in Frage kommt oder nicht: Mehr als zwei Drittel der Jobsuchenden bewerben sich nur, wenn der Wert bei 3,5 oder mehr Punkten liegt (der branchenübergreifende Bewertungsdurchschnitt auf der Arbeitgeberbewertungsplattform Kununu liegt derzeit bei 3,4). 41,8 Prozent bewerben sich sogar erst ab einem Score von vier oder 4,5.

Karrierewebsites mit Videos stoßen auf mehr Interesse

Was die Karriereseiten der Unternehmen betrifft, so schneiden diejenigen am besten ab, die Jobinteressierte transparent über die Dauer des Bewerbungsprozesses informieren. Solche Websites werden von rund drei Viertel der Stellensuchenden (74,4 Prozent) angeklickt, während dies bei Inseraten ohne diese Information nur bei einem Viertel (25,6 Prozent) der Fall ist. Ebenfalls auf großes Interesse stoßen integrierte Videos: Gut zwei Drittel Studienteilnehmer (68,7 Prozent) bevorzugen auf Firmenseiten Stellenangebote, die Mitarbeitervideos enthalten.

Laut Studie weichen die Präferenzen der Bewerber erheblich vom gewohnten Standard im Recruiting ab, da transparente Gehaltsangaben und Mitarbeiterbewertungen eher Ausnahmen als die Regel seien. Softgarden-Geschäftsführer Mathias Heese folgert daraus, dass Arbeitgeber dringend einen anderen Standard in ihren Recruitingprozessen benötigen, in dem Transparenz und echte Informationen die Hauptrolle spielen.

Die Studie ist die erste der dreiteiligen Reihe “Candidate Experience 2020” und kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.