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Wie die Kreisverwaltung Ostholstein ihre Personalarbeit zukunftssicher aufstellt

Timmendorfer Strand
Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Die Lage des Kreises Ostholstein an der Ostsee ist vermutlich für manche Fachkraft ausschlaggebend. (Foto: Wolfgang Hauke – stock.adobe.com)

Zählt man alle staatlichen Ebenen zusammen, dann ist der öffentliche Dienst mit rund fünf Millionen Beschäftigten der mit Abstand größte Arbeitgeber Deutschlands. Entsprechend viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von Kommunen, Ländern und dem Bund gesucht. Doch während Unternehmen gerade in besonders gefragten Berufsgruppen, etwa in der IT, mit hohen Gehältern und vielen Benefits auf das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage reagieren können, muss der öffentliche Dienst innerhalb eines starren Korsetts agieren: Tarifverträge, Vorschriften des Dienst- und Beamtenrechts, des Eingruppierungs- sowie Personalvertretungsrechts und zahlreiche andere Regelungen geben wenig Spielraum. Das macht nicht nur die Suche nach Fachkräften schwierig, es erfordert auch entsprechende Kenntnisse von den Personalerinnen und Personalern.

“Die Kolleginnen und Kollegen müssen sich rechtlich natürlich gut auskennen”, sagt Simone Tackenberg, Leiterin des Fachdienstes Personal und Organisation beim Kreis Ostholstein. Dort kümmert sie sich mit ihrem achtköpfigen Team um die Belange von rund 700 Beschäftigten. Nicht nur in der klassischen Verwaltung, sondern zum Beispiel auch im sozialpädagogischen und medizinischen Bereich, etwa bei den Amtsärzten.

Bislang habe noch jede Stelle besetzt werden können, auch weil der Kreis aufgrund seiner Lage an der Ostsee durchaus punkte. Aber die Suche sei mit mehr und mehr Aufwand verbunden. Auch weil in vielen Fällen politische Gremien mit ins Boot geholt werden müssen, vor allem, wenn Suchmaßnahmen Geld kosten. “Zum Glück geben uns die Zahlen bislang recht”, sagt Tackenberg, die regelmäßig auch via Radiowerbung nach Bewerberinnen und Bewerbern sucht.

Großes Projekt zur “Unternehmenskultur”

Simone Tackenberg
Simone Tackenberg ist Leiterin des Fachdienstes Personal und Organisation beim Kreis Ostholstein. (Foto: Kreis Ostholstein)

Dass die öffentliche Hand Geld für solche Personalmarketingmaßnahmen ausgibt, passiert immer häufiger. Es gibt kaum eine Straßenbahnfahrt in einer beliebigen deutschen Großstadt, bei der man nicht mit großformatiger Werbung zum Eintritt in den öffentlichen Dienst ermuntert werden soll. Als einer der Vorteile des öffentlichen Dienstes wird dabei fast immer die Work-Life-Balance hervorgehoben. Beim Kreis Ostholstein gibt es zum Beispiel beinahe so viele Arbeitszeitmodelle wie Beschäftigte. Dazu sei schon lange vor Corona die Möglichkeit gekommen, zumindest teilweise im Homeoffice zu arbeiten. Diese Punkte sind attraktiv, Wenn Beschäftigte mit Job und Familienarbeit jonglieren müssen. Dies betrifft auch heute noch vor allem Mütter – und so ist der öffentliche Dienst bei weiblichen Beschäftigten deutlich beliebter als bei männlichen, wie unlängst eine KfW-Studie zeigte.

Wichtig ist bei all dem natürlich auch die Identifikation mit dem eigenen Arbeitgeber. Daher führt die Kreisverwaltung Ostholstein derzeit ein großes Projekt zur “Unternehmenskultur” durch. “Der öffentliche Dienst befindet sich im Wandel”, sagt die Personalchefin Simone Tackenberg. “Wir müssen versuchen, dass der öffentliche Dienst wieder ein besseres Image bekommt – und wir uns so zukunftssicher aufstellen.”


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Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.