Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Naturwissenschaftler im Fokus

Chemiker und Chemikerinnen im Labor bei der Arbeit
Chemiker und Chemieingenieure sind die Naturwissenschaftler mit den höchsten Gehältern.
Foto: © Gorodenkoff/StockAdobe

Die Anzahl der Stellenausschreibungen für Naturwissenschaftler ist in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent gestiegen. In Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern und Hessen ist die Nachfrage nach Chemikern, Physikern und anderen naturwissenschaftlichen Mitarbeitern besonders hoch. Das zeigt der aktuelle Fachkräfteatlas von > Stepstone, der die Entwicklung der Fachkräftenachfrage in Deutschland seit 2012 auf Basis von rund zwei Millionen Stellenanzeigen monatlich auswertet.

Naturwissenschaftler müssen für einen neuen Job oft mobil sein

Auch wenn sie so begehrt sind, ist es für Naturwissenschaftler meist schwieriger als für andere Berufsgruppen, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Das liegt daran, dass ihre Qualifikationen oft hoch spezialisiert sind und es dafür nicht in jeder Region eine Auswahl passender Jobs gibt. So ist jeder zweite Naturwissenschaftler wegen einer neuen Anstellung schon einmal weiter als 300 Kilometer umgezogen, wie der Stepstone-Mobilitätsreport zeigt. Auch dauert die Jobsuche bis zum Vertragsabschluss mit durchschnittlich 6,3 Monaten bei Naturwissenschaftlern etwas länger als über alle Berufsgruppen hinweg (5,2 Monate).

Akademiker verdienen 25 Prozent mehr

Im Schnitt kommen Naturwissenschaftler nach einer Gehaltsauswertung von Stepstone auf ein Jahresgehalt von 55 900 Euro brutto. Akademiker verdienen 59 200 Euro, während Nicht-Akademiker wie zum Beispiel Chemielaboranten und pharmazeutisch-technische Assistenten durchschnittlich 47 500 Euro erhalten. Berufseinsteiger werden in den ersten drei Jahren mit 45 500 Euro vergütet, nach zehn Jahren steigt das Gehalt im Schnitt auf 62 300 Euro an. Naturwissenschaftler in Managementpositionen erreichen 21 Prozent mehr als ihre Kollegen ohne Führungsfunktion.

Hessische Unternehmen bezahlen Chemiker & Co am besten

Besonders gut verdienen Chemiker mit durchschnittlich 68 000 Euro und Chemieingenieure mit 64 100 Euro. In der Automobilbranche liegt die Vergütung um 50 Prozent höher als im sozialen und gesundheitlichen Bereich oder im öffentlichen Dienst. Der Vergleich nach Bundesländern ergibt, dass Naturwissenschaftler in Hessen mit 61 700 Euro die höchsten Gehälter erzielen. An zweiter Stelle steht Rheinland-Pfalz; dort werden im Mittel 59 700 Euro für diese Berufsgruppe gezahlt. Am drittbesten verdienen Naturwissenschaftler in Bayern mit 58 800 Euro. In Ostdeutschland fallen die Gehälter deutlich niedriger aus. In Sachsen-Anhalt zum Beispiel müssen sich Naturwissenschaftler mit 32 Prozent weniger Geld zufriedengeben als ihre Kollegen in Hessen. 

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.