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Ranking: Das sind die Wunscharbeitgeber der Schüler

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Gleich drei Automarken belegen als potenzielle Arbeitgeber die Spitzenplätze bei Schülerinnen und Schülern. Porsche, BMW und Mercedes Benz liegen im aktuellen Arbeitgeberranking der Berliner Marktforscher von Trendence auf den Plätzen 1, 2 und 3. Mehr als 13.800 Jugendliche der Klassen 8 bis 13 wurden für die Rangliste zu ihren Wunscharbeitgebern befragt. Die Untersuchung liegt uns exklusiv vorab vor.

Die Spitzengruppe der Arbeitgeber, die als einzige einen zweistelligen Prozentsatz auf sich vereinen, komplettiert die Polizei, die in den vergangenen Jahren das Ranking anführte. Mit 12 Prozent der Nennungen liegt sie quasi gleichauf mit Mercedes Benz (12,1 Prozent), BMW wurde von jedem und jeder siebten, Porsche von jedem und jeder siebten genannt.

Für Trendence-Geschäftsführer Robindro Ullah ist der Erfolg der Automobilmarken kein Zufall: „Gerade in puncto Ausbildung genießen Unternehmen wie Porsche, BMW und Mercedes einen exzellenten Ruf. Sie vermitteln Stabilität, handfeste Zukunftsperspektiven und klare Strukturen – Werte, die bei der Generation Z aktuell stark gefragt sind.“

Tesla verliert

Ein anderer Autobauer verliert dagegen etwas an Attraktivität: Tesla, das nach einem vielbeachteten Neueinstieg im Jahr 2022 in diesem Jahr nur noch Platz 15 im Gesamtranking belegt. „Gerade Teslas sinkende Beliebtheit könnte mit der negativen medialen Berichterstattung rund um Firmengründer Elon Musk sowie den Arbeitsbedingungen bei Tesla in Verbindung stehen. Umstrittene Führungsentscheidungen haben das Image von Tesla, insbesondere in Deutschland, deutlich geschwächt. Das macht sich auch in unserem Ranking bemerkbar“, kommentiert Ullah die Entwicklung des Elektroauto-Herstellers. Fakt ist aber auch: Immer noch vier Prozent der Befragten würden sich mit Blick auf die Unternehmensliste  am ehesten für Tesla entscheiden, nur ein Prozentpunkt weniger als im vergangenen Jahr.

Während die Automobilbranche glänzt, bleibt der Öffentliche Dienst zwar beliebt, muss aber andere Arbeitgeber an sich vorbeiziehen lassen. Besonders deutlich trifft es den Zoll, der gleich neun Plätze verliert und nur noch auf Rang 21 liegt. Die Unterschiede bei den Nennungen sind hier allerdings, und der Unterschied zu 2024 beträgt lediglich 0,4 Prozentpunkte. Ähnlich oft wie der Zoll wurde auch die Feuerwehr genannt, die es als Neueinsteiger direkt auf Platz 25 schafft.

Handel gewinnt

Neben den Autobauern profitiert vor allem eine weitere Branche vom Wandel der Schülerpräferenzen: der Handel. Im diesjährigen Branchenranking landet er sogar noch vor den Automobilherstellern auf Platz 1. Besonders deutlich ist der Erfolg der Drogeriemärkte. DM verbessert sich auf Rang zehn, Rossmann auf Platz 13, Douglas schafft sogar den Sprung auf Rang fünf.

Zu dieser Entwicklung passt auch der steile Einstieg von Amazon. Der E-Commerce-Riese ist erstmals im Schülerranking vertreten – und landet gleich auf Platz acht. Offenbar, heißt es seitens Trendence, profitiere der Konzern dabei vom wachsenden Interesse der Generation Z an digital geprägten Arbeitsumfeldern. Dafür musste ein anderer Arbeitgeber aus Consumer-Bereich, der eigentlich in Sachen Attraktivität immer ganz vorne mitspielte, deutlich Federn lassen: Sportartikel-Gigant Adidas fällt in diesem Jahr von Platz 2 auf Rang 9. Fast ein Viertel weniger Stimmen entfielen auf das Unternehmen.

Gesundheitswesen bleibt Sorgenkind

Deutlich schlechter sieht es in Sachen Attraktivität für das Gesundheitswesen aus. Trotz Pflegenotstand und hohem Ansehen gelingt es Kliniken und sozialen Trägern offenbar nicht, bei Jugendlichen zu punkten. Wichtige Player wie das DRK oder die AOK verlieren an Sichtbarkeit oder landen nur im Mittelfeld.

Ein Grund liegt auf der Hand: Die Bedingungen in Ausbildung und Beruf gelten als belastend, die Bezahlung als unattraktiv. Das schreckt ab – auch wenn die Branche gesellschaftlich hochrelevant ist. Ullah spricht von einer „strukturellen Imagekrise, die sich im Wettbewerb um Nachwuchs immer deutlicher zeigt.“

Info

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Arbeitsrecht und Regulatorik und verantwortet die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.