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Recruiting: Was macht der Sommer mit der Wechselbereitschaft?

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Jeder und jede Dritte hat im Urlaub schon einmal konkret über einen Jobwechsel nachgedacht. Das zeigt der aktuelle Jobwechsel-Kompass, den die Königsteiner Gruppe gemeinsam mit der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de quartalsweise veröffentlicht. Darüber nachzudenken, heißt aber noch nicht, dass man es auch tut. Laut der Studie sieht nur jede und jeder Sechste den Urlaub als „typischen Zeitpunkt“ an, um sich beruflich neu zu orientieren oder Bewerbungen vorzubereiten“.

Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nutzen offenbar die Zeit weg vom Arbeitsplatz dazu, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen – was im Falle von Unzufriedenheit zum Nachdenken über eine berufliche Veränderung führen kann. Wirklich aktiv auf die Suche machen sich die meisten wohl aber zu einem anderen Zeitpunkt, etwa vor oder nach dem Sommerurlaub.

Das passt zu Beobachtungen unter anderem bei der Stellenbörse Indeed, dass Stellenanzeigen während der Arbeitszeit regelmäßig die höchsten Abrufzahlen erreichen – ganz besonders am Montag, nach dem ersten Meeting der Woche. Nun sind zwischen Juni und September nahezu immer in einem Bundesland Sommerferien. Wer also deutschlandweit rekrutiert, kann und muss weniger Rücksicht auf die Ferienzeiten nehmen, wenn es um den Zeitpunkt der Stellenausschreibung geht, als der, der vor allem regional oder lokal sucht. Natürlich sollte die Recruiting-Abteilung in beiden Fällen auch besetzt und arbeitsfähig sein.

Allgemeine Wechselbereitschaft konstant

Vor allem junge Menschen schauen sich laut Jobwechsel-Kompass während des Sommerurlaubs um. 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben hier schon einmal konkret über einen Wechsel nachgedacht, aber nur 18 Prozent der Über-60-Jährigen. Allerdings sind die Jüngeren ohnehin deutlich wechselbereiter, wie die Umfrage zeigt. Aus dem Jobwechsel-Kompass geht auch hervor, dass die allgemeine Wechselbereitschaft und die Nutzung des Sommerurlaubs für Nachdenken und Jobsuche wenig überraschend zusammenhängen.

Insgesamt hat sich die Wechselbereitschaft im Übrigen nicht verändert. Weiterhin gibt rund ein Drittel der Beschäftigten an, grundsätzlich offen für einen Jobwechsel zu sein, ebenso wie in den Vorquartalen. Und auch die  immer abgefragte Einschätzung der Jobchancen ist weiterhin hoch: 59 Prozent schätzen ihre Chancen, eine neue Stelle zu finden, aktuell als gut oder sehr gut ein, mehr als ein Viertel der Befragten geht sogar davon aus, dass sich die eigenen Job-Aussichten in einem Jahr weiter verbessern werden.

Matthias Schmidt-Stein koordiniert die Onlineaktivitäten der Personalwirtschaft und leitet gemeinsam mit Catrin Behlau die HR-Redaktionen bei F.A.Z. Business Media. Thematisch beschäftigt er sich insbesondere mit den Themen Recruiting und Employer Branding.