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Jobseiten, Social Media & Co: Verschiebungen bei der Stellensuche

Laptop im Hintergrunde, Hand zeigt auf Smartphone mit Instagram-Seite
Das Soziale Netzwerk Instagram wird nicht mehr nur für private, sondern auch berufliche Zwecke genutzt.
Foto: © Chinnapong-stock.adobe.com

Für die aktuelle Studie zum Thema Karriere und Recruiting hat Trendence 22 000 Schüler und 51 300 Studenten der Wortschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Informatik befragt, außerdem 19 700 berufstätige Akademiker und 29 000 nicht-akademische Fachkräfte. Die Befragung fand von Oktober 2019 bis März 2020 statt. Die Auswertung zeigt, dass Jobsuchende oder Wechselwillige nicht mehr nur auf die gewohnten Business-Netzwerke und Jobseiten setzen, obwohl sie weiterhin die Hauptrolle spielen.

Fachkräfte setzen am häufigsten auf die Jobseite Indeed

Von den befragten Fachkräften geben mit 45,7 Prozent die meisten an, dass sie die Jobseite Indeed nutzen, um sich über Beruf und Karriere zu informieren. Vor zwei Jahren waren es erst 30,8 Prozent. Platz zwei mit 38,3 Prozent nimmt die Arbeitsagentur ein. Hier hat sich der Anteil gegenüber 2018 (55,8 Prozent) deutlich verringert, aber die Stellenbörse Stepstone überholt: Sie steht in der Gunst der Studienteilnehmer mit 27 Prozent jetzt auf dem dritten Rang. Vor zwei Jahren lag der Anteil noch bei 45,4 Prozent und 2019 bei 38,4 Prozent.

Bei Akademikern liegt Stepstone auf Platz eins

Bei Berufstätigen mit Hochschulabschluss liegt weiterhin Stepstone in der Bekanntheit vorne, gefolgt von Kununu und Indeed und Glassdoor. Laut Studie legt dies die Interpretation nahe, dass sich gerade Professionals genau über zukünftige Arbeitgeber informieren möchten und auf spezifische Arbeitgeberbewertungs-Plattformen zurückgreifen.

Angehende Informatiker: Arbeitsagentur verliert an Bedeutung

Unter MINT-Studenten und Fachkräften ist Indeed heute die bekannteste Jobseite. Studenten aus dem Informatik-Bereich zum Beispiel greifen aktuell mit 31,3 Prozent in Jobangelegenheiten am häufigsten darauf zurück. Zum Vergleich: 2018 waren es 17,9 und im letzten Jahr 27,4 Prozent. Am zweithäufigsten nutzen die angehenden Informatiker gegenwärtig Stepstone mit 22,3 Prozent. Die Arbeitsagentur hat bei dieser Zielgruppe seit 2018 deutlich an Bedeutung verloren und kommt nur noch auf 19,7 Prozent. Vor allem bei Studenten der Wirtschaftswissenschaften steht Indeed hoch in der Gunst: Mehr als die Hälfte der Befragten (53,8 Prozent) orientiert sich dort.

Business-Plattformen Xing und LinkedIn vorn, Instagram im Kommen

Was die beruflichen Netzwerke betrifft, so nutzen die Befragten am häufigsten Xing und LinkedIn. Xing liegt momentan mit 52,9 Prozent noch vorn, allerdings nur knapp: LinkedIn hat sich von nur 5,6 Prozent im Jahr 2012 auf nunmehr 51,8 Prozent verbessert. Neben den Business-Plattformen etablieren sich nun auch andere Netzwerke für berufliche Anliegen, die bisher hauptsächlich im privaten Zusammenhang eine Rolle spielten. So verbanden vor drei Jahren erst lediglich vier Prozent der Befragten Instagram auch mit beruflichen Zwecken, während es jetzt bereits 37,3 Prozent sind. Facebook hatte schon vorher einen noch höheren Stellenwert, allerdings geht das soziale Netzwerk in der Beliebtheit zurück, unter anderem bei BWL-Studenten. Bei Nicht-Akademikern ist Facebook jedoch mit 67,4 Prozent noch das beliebteste soziale Netzwerk im beruflichen Kontext, während die Business-Plattformen Xing (47,1 Prozent) und LinkedIn (26,7 Prozent) deutlich weiter hinten rangieren.

Die Studie kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.