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Zwei von drei Personalern checken die Social-Media-Profile von Bewerbern

Comicstil: Monitor mit Social-Media-Profil einer Frau, ein Mann im Anzug (nur Hände zu sehen) schaut mit einer Lupe darauf
Inzwischen nehmen mehr als sechs von zehn Unternehmen auch die Profile der Bewerber in sozialen Medien unter die Lupe. Bild: © artinspiring/Fotolia.de

Vor fünf Jahren informierten sich erst 23 Prozent der Arbeitgeber in sozialen Netzwerken über Bewerber. 2015 waren es bereits doppelt so viele (46 Prozent) und heute recherchieren fast zwei Drittel (63 Prozent) der Unternehmen die Social-Media-Profile von Jobinteressenten. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands > Bitkom hervor. An der Befragung haben 304 Personalverantwortliche aus Unternehmen ab 50 Mitarbeitern teilgenommen. Laut Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder gehen die Zeiten, in denen Social-Media-Auftritte eine klassische Bewerbung lediglich ergänzen, zu Ende. Immer mehr Unternehmen suchten auch schwerpunktmäßig über soziale Netzwerke neue Mitarbeiter.

Berufliche Netzwerke spielen bei der Recherche die Hauptrolle

Rund die Hälfte der Recruiter (53 Prozent) schaut sich in beruflich ausgerichteten Plattformen wie Xing oder LinkedIn die Profile der Stellensuchenden an. In eher privat ausgerichteten sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram informieren sich 30 Prozent. Grundsätzlich dürfen Arbeitgeber allgemein zugängliche Daten einholen, sofern keine Persönlichkeitsrechte der Betroffenen entgegenstehen, so Bitkom. Das gelte etwa für über Suchmaschinen frei verfügbare Inhalte und Informationen, die in sozialen Netzwerken ohne Anmeldung frei abrufbar sind.

Jeder vierte Bewerber fällt wegen bestimmter Einträge durchs Raster

Berufliche Themen haben bei der Online-Recherche für die Unternehmen auch Priorität, dennoch bleiben private Informationen nicht außen vor. Acht von zehn Personalern (81 Prozent) achten besonders auf fachliche Qualifikationen der Bewerber, zwei Drittel (67 Prozent) auf Äußerungen zu Fachthemen. Gut die Hälfte (53 Prozent) interessiert sich für Äußerungen des möglichen Kandidaten zum Unternehmen oder zu Wettbewerbern. Jeder dritte Recruiter (34 Prozent) achtet jedoch auch auf Hobbys und private Aktivitäten und jeder sechste (16 Prozent) schaut sich an, welche politischen Ansichten Bewerber haben. Immerhin rund jeder vierte Personalverantwortliche (24 Prozent) hat schon einmal Bewerber wegen bestimmter einzelner Einträge im Social-Media-Profil nicht eingestellt oder nicht in die engere Wahl genommen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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