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Schlechtes Bauchgefühl bei Jobzusage macht zumeist unglücklich

Frau sitzt im Büro und schaut zweifelnd bis unzufrieden
Wer trotz eines schlechtes Bauchgefühls einen neuen Job antritt, bereut dies in den meisten Fällen.
Foto: © Antonioguillem/StockAdobe

Für viele Jobsuchende ist es heute schwieriger als noch vor wenigen Jahren, eine passende Stelle zu finden, auch wenn das Schlagwort Fachkräfte- mangel in aller Munde ist. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass fast vier von zehn Deutschen schon einmal ein Jobangebot angenommen haben, obwohl sie ein schlechtes Bauchgefühl hatten. Bei der Mehrheit bestätigen sich diese Zweifel dann auch.

Eine Zusage für eine neue Arbeitsstelle ist zwar grundsätzlich erfreulich, aber manch ein Kandidat hat ein schlechtes Gefühl, wenn er dem Unternehmen den Zuschlag gibt: Hierzulande haben 39 Prozent der Arbeitnehmer schon einen neuen Job angetreten, obwohl sie nicht vollständig von der Stelle überzeugt waren. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag von > Robert Half, die im März dieses Jahres unter 1001 Arbeitnehmern durchgeführt wurde.

Jeder dritte Kandidat mit ungutem Gefühl wird im Job unglücklich, bleibt aber trotzdem

Mehr als drei Viertel der befragten Mitarbeiter (78 Prozent), die ein Jobangebot angenommen haben, von dem sie nicht überzeugt waren, waren mit der neuen Stelle dann tatsächlich unglücklich – ihr ungutes Gefühl bestätigte sich also. Nur bei einem Fünftel (20 Prozent) bestätigte sich das negative Gefühl nicht und die Mitarbeiter konnten sich gut mit den Bedingungen arrangieren. Diejenigen, die nach Eingehen des Arbeitsverhältnisses unglücklich waren, reagierten unterschiedlich: 43 Prozent zogen die Konsequenz und kündigten die neue Stelle. Die restlichen 35 Prozent jedoch hielten am Jobs fest, obwohl sie unzufrieden waren.

Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half, erklärt das Festhalten an einer ungeliebten Stelle mit der Sorge der Arbeitnehmer, als Jobhopper wahrgenommen zu werden. Diese Befürchtung sei leider noch weit verbreitet. Er rät Kandidaten jedoch dazu, bereits bei der Entscheidung für einen Job auf das Bauchgefühl zu hören, denn dieses helfe auch bei der Stellensuche, die richtige Wahl zu treffen.

Bewerber müssen ihre Erwartungen gegenüber dem Arbeitgeber deutlich machen und den Mut haben, im Zweifel ein unpassendes Jobangebot abzulehnen. Nur so bekommt man den Job, mit dem man langfristig glücklich wird,

so Umbs. Bewerber, die ein Stellenangebot ablehnen, sollten dem Unternehmen ihre Entscheidung offen und fair kommunizieren. Wichtig sei, dass der Kandidat sich persönlich zurückmeldet, ob schriftlich oder telefonisch. Damit bleibe die Tür für zukünftige Bewerbungen dieses Kandidaten offen, während ein Abtauchen ohne jegliche Rückmeldung höchstwahrscheinlichkeit dazu führen werde, dass diese Tür für immer verschlossen bleibt.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.