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Flexibel führen – Wie Führungskräfte die große Kündigungswelle aufhalten

Dabei kommen Fragen auf: Wie sollen Führungskräfte und Mitarbeitende mit diesen Veränderungen und Herausforderungen umgehen? Über diese und andere Fragen haben Führungskräfte von Future Forum, Bolt, Europace und StepStone beim virtuellen F.A.Z. Roundtable „Flexibel Führen – Wie Führungskräfte die große Kündigungswelle aufhalten können“ kürzlich diskutiert.

Flexibilität als Grundvoraussetzung

In den vergangenen Jahren haben sich die Erwartungen der Menschen an Arbeitszeit und -ort drastisch verändert. Flexibilität steht heute nach der Vergütung klar an zweiter Stelle, wenn es um die Zufriedenheit am Arbeitsplatz geht. Das zeigen die neuesten Studienergebnisse des Future Forum, einer Denkfabrik, die vom Technologieunternehmen Slack und Partnern wie der Boston Consulting Group ins Leben gerufen wurde.

Helen Kupp, Co-Founder Future Forum und Senior Director Product Strategy Slack (Foto: © Future Forum)

Laut Studie wünschen sich 80 Prozent der Befragten Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsort und sogar 94 Prozent Flexibilität hinsichtlich ihrer Arbeitszeiten. 73 Prozent der Befragten würden sogar ihren Job wechseln, sollte der Arbeitgeber nicht die Flexibilität bieten, die sie sich wünschen. „Wir alle sehnen uns nicht nur nach mehr Flexibilität, sondern auch nach mehr Kontrolle über unsere Zeit“, erläutert Helen Kupp, Co-Founder des Future Forum und Senior Director Product Strategy bei Slack. „Führungskräfte sollten daher die Art und Weise, wie sie führen, neugestalten und mit gutem Beispiel vorangehen.“

So lebt die Finanzierungsplattform Europace etwa das Thema Flexibilität mit einer holokratischen Organisationsstruktur vor, in der Hierarchien gezielt abgebaut werden und Mitarbeitende dadurch mehr Handlungsspielraum bekommen. Zudem setzt das Unternehmen auf eine ergebnisorientierte und vertrauensbasierte Firmenkultur statt auf Präsenzpflicht.

Die Leitplanken für flexible Führung

Tobias Zimmermann, Head of Insights and Creation Stepstone (Foto: © Stepstone)

In Zeiten des Umbruchs haben Führungskräfte zwei Möglichkeiten: Sich neue Skills anzueignen oder auf das zurückzugreifen, was jahrelang funktioniert hat. Doch das „Bewährte“ funktioniert in einer digital-first Umgebung oft nur noch bedingt, da die Belegschaft vielfältiger geworden ist und sich das Tempo des Wandels rasant beschleunigt.

Daran muss sich der Führungsstil der Chefs anpassen und mehr Freiheiten schenken. Tobias Zimmermann, Head of Insights and Creation bei der Job-Plattform StepStone, erklärt: „Flexibilität wird oft zu eng gesehen und die Diskussion konzentriert sich nur auf die Arbeitszeiten und die Arbeit von zu Hause aus. Flexibilität bedeutet aber so viel mehr: vom Arbeitsplatzwechsel – auch intern – über lebenslanges Lernen und die Freiheit, bei der Arbeit Prioritäten zu setzen, bis hin zu Freiräumen für die eigene Entwicklung und kreative Gemeinschaftsprojekte.“

Die neue Firmenzentrale ist digital

Laurent Koerge, Country Manager Rides Germany Bolt (Foto: © Bolt)

Die Ergebnisse des Future Forum zeigen zudem, dass Arbeitnehmer:innen, die für Unternehmen arbeiten, die sie als „technologische Innovatoren“ bezeichnen, über eine höhere Produktivität und ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl verfügen als jene, die für „technologische Nachzügler“ arbeiten.

„Young Talents suchen sich Unternehmen, die sich den großen Themen der Zeit stellen und den Zeitgeist treffen. Dazu gehört auch die Aufstellung der internen digitalen Strukturen“, fasst Laurent Koerge, Country Manager Rides Germany beim Mobilitätsunternehmen Bolt, zusammen.

Für Unternehmen lohnt es sich also, in ihre digitale Firmenzentrale zu investieren, schließlich ermöglicht sie die flexible Kommunikation und Zusammenarbeit über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg. Das bedeutet allerdings nicht, dass das physische Büro überflüssig wird, so Helen Kupp vom Future Forum: „Aber Führungskräfte und ihre Teams müssen ihre Zeit im Büro anders planen und sich auf die veränderten Erwartungen am Arbeitsplatz einlassen. Vertrauen und Transparenz sind dabei die Basis, mit der Unternehmen eine produktivere und inklusivere Zukunft für sich und ihre Mitarbeitenden gestalten können.“