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Trend oder altbewährt? Microlearning im E-Learning

Mal ist es vertont, mal besteht es aus Bild und Text, ein anderes Mal wird es als Video umgesetzt: Die Rede ist von Microlearning. Microlearning-Expertin Julia Höß von der Know How! AG wirft im Interview einen Blick auf das Trendthema.

Julia Höß, Know How! AG
Julia Höß, Microlearning-Expertin bei Know How! AG (Foto: Know How! AG)

Microlearning-Formate: Das sind kleine, in sich geschlossene Lerneinheiten, die dabei helfen, neues Wissen zu erwerben, bestehendes Wissen zu erweitern oder bereits Gelerntes aufzufrischen.

Microlearning ist ja ein Trendthema, das aus der E-Learning Branche nicht mehr wegzudenken ist.
Julia Höß: Korrekt – und das obwohl es streng genommen nicht neu ist. Wir wissen schon lange, dass stundenlange Web Based Trainings (WBT) nicht dazu geeignet sind, Wissen nachhaltig zu verankern. Effektiver ist es, zu analysieren, welche Inhalte für WBTs relevant sind und welche über andere Formate besser abgedeckt werden. Microlearning ermöglicht es, Inhalte ins Gedächtnis zu rufen, die über ein WBT allein nicht präsent bleiben.

Warum gerade Microlearning?
Höß: Das Problem ist, dass wir Menschen einen Großteil der Umweltreize gar nicht bewusst verarbeiten können. Die wissenschaftlichen Angaben dazu schwanken zwischen unter einem bis maximal fünf Prozent. Und weil ja ständig neue Informationen auf uns einprasseln, vergessen wir gelerntes dann relativ schnell wieder.

Die regelrechte Informationsflut zwingt unser Gehirn, zu filtern. Und es entscheidet sich für das, was uns persönlich am wichtigsten erscheint. Was für uns Relevanz hat oder praxisnah ist. Aber auch für das, was uns immer wieder ins Gedächtnis gerufen wird und das macht sich Microlearning zunutze.
Zum Thema Wissensverlust: Haben Sie schon mal von der Vergessenskurve gehört?

Ja. Die Vergessenskurve besagt doch, dass man während des Lernens einen steigenden Lernfortschritt hat, der aber nach kurzer Zeit, im Arbeitsalltag, wieder verloren geht.
Höß: Richtig. Und genau diesem Vergessen beugt Microlearning vor. Statt die Lerner*innen einmalig mit einem WBT weiterzubilden, teilen wir die Lerninhalte zusätzlich in kleine Einheiten auf, die das Wissen in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel alle zwei Wochen, auffrischen.

Das heißt, klassische Lernformate wie Web Based Trainings oder Lernfilme haben ausgesorgt?
Höß: Nein, so darf man das auf keinen Fall sehen. Gerade wenn Lerner*innen noch gar kein Vorwissen haben, eignet sich beispielsweise ein WBT super für den Aufbau einer Wissensbasis. Um das Wissen dann nachhaltig zu sichern, greifen zusätzlich die Microlearning-Formate wie Memes, Podcasts oder Nuggets.

Microlearning sorgt also für das Behalten des Wissens?
Höß: Genau. Man kann sich das wie in einer Diskothek mit einem Türsteher vorstellen. Die Diskothek steht für unser Langzeitgedächtnis und der Türsteher ist der Hippocampus, ein Teil unseres Gehirns, der entscheidet, welche Informationen hinein dürfen und welche nicht.

Das klingt ja interessant. Warum lässt der Türsteher manches durch und manches nicht?
Höß: Wenn der Hippocampus etwas nicht leiden kann, dann Eintönigkeit und Langeweile. Deshalb kommt nichts aus dem Kurzzeitgedächtnis an ihm vorbei, was ihn nicht interessiert.
Hilfreich sind beispielsweise Interaktionen, aber auch Wissen, das – unterschiedlich aufbereitet – regelmäßig immer wieder bei ihm ansteht und in den Langzeit-Club hinein möchte.

Bezogen auf das Lernen heißt das für uns: Neben unseren ansprechenden, kurzatmigen WBTs sind besonders auch schnell erfassbare Microlearning-Formate effektiv, da man sie sowohl abwechslungsreich gestalten, als auch in regelmäßigen Abständen den Lerner*innen präsentieren kann.

Und wo platziert man diese Formate dann am besten?

Microlearning Klickdemo (Foto: © Know How! AG)
Microlearning Klickdemo (Foto: © Know How! AG)

Höß: Das hängt stark von den Inhalten ab und davon, welche Plattformen schon im  Unternehmen eingesetzt werden. Oft gibt es bereits Orte, an denen Wissen zur Verfügung gestellt wird – teils strukturiert, teils unstrukturiert.

Man muss also immer das Gesamtpaket betrachten: Welche Inhalte sind in welchem Format abgedeckt? Wo helfen Sie den Lerner*innen im Arbeitsalltag? Das wird alles im Voraus durchdacht und geplant. Noch bevor es an die inhaltliche Konzeption von WBTs oder Microlearning-Formaten geht, erfolgt konzeptionelle Vorarbeit: Welche Inhalte werden über welches Format abgedeckt? Und wie interagieren die Formate miteinander? Beispielsweise kann man wunderbar im WBT auf die Microlearning-Formate hinweisen.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Höß.

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