Tut sich was? Das aktivierte Potenzial von Employee Listening

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Die Ergebnisse des Qualtrics EX Trend Reports 2025 zeigen, dass immerhin bereits 63 % aller befragten abhängig Beschäftigten weltweit Veränderungen als Konsequenz aus den bisherigen Mitarbeitendenbefragungen spüren. Das entspricht der deutlichsten Steigerung aller abgefragten Themen des Reports. Für Deutschland liegt der Wert mit 58 Prozent zwar unter dem weltweiten Durchschnitt, aber die Lücke schließt sich langsam (siehe Abbildung; eigene Auswertung). Das ist deshalb so vielversprechend, weil das Veränderungsgefühl nach Mitarbeitendenbefragungen in Deutschland als wesentlicher Treiber für das Engagement von Mitarbeitenden gilt (Sonderauswertung des Qualtrics XM Instituts). Umso effektiver agiert wird und die Dinge angeschoben werden, desto eher steigt die Motivation bei den Mitarbeitenden. Immer mehr Unternehmen erkennen, wie viel Potenzial in Employee Listening steckt, um Friktionen im Arbeitsalltag und an den kritischen Touchpoints im Employee Lifecycle zu identifizieren und zu beseitigen. Wer den Fokus darauf verschärft, fördert somit die unternehmerische Leistungsfähigkeit insgesamt. Das untermauern auch die Ergebnisse einer Untersuchung des Qualtrics XM Institute 2024: Die Fähigkeit, zu zeigen, dass etwas mit dem Feedback der Beschäftigten geschieht, gilt als eines der wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale von High Performance-Unternehmen.

Eigene Auswertung (Grafik: Qualtrics)

Mehr Handlungspotenzial ergibt sich insbesondere durch häufiges Hin- und Zuhören in Form von Befragungen. Hierin besteht offenbar ein wesentlicher Faktor dafür, dass etwas mit dem Feedback passiert. Die oft beklagte Maßnahmen-Müdigkeit deckt sich jedenfalls nicht mit der Datenlage: Es lässt sich eine deutlich positivere Veränderungswahrnehmung derjenigen Beschäftigten feststellen, die sogar monatlich Feedback geben können (74 %), als derjenigen, die nur einmal im Jahr befragt werden (59 %) (Qualtrics EX Trend Report 2025, Sonderauswertung). Diese 15 Prozentpunkte sind die größte Kluft von allen gemessenen Aspekten, differenziert nach der Häufigkeit der Feedback-Gelegenheiten. Wenn ein Vorhaben häufiger in den Fokus rückt, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass es versandet. Zudem besteht häufig die Chance, neue Missstände aufzudecken und gezielt zu intervenieren.

Neben all den wichtigen Aspekten für gutes Change Management sowie der durch regelmäßiges Zuhören steigenden Wertschätzungssignale an die Beschäftigten gehört auch die Nutzung moderner Technologie zur Rezeptur. Dort, wo sie genutzt wird, kann sie zum Katalysator für positive Veränderungen werden. Beispiele hierfür folgende:

  • KI-Inspiration: In den Ergebnisdashboards enthaltene und personalisierte Maßnahmenvorschläge durch integrierte, spezifisch trainierte KI, die die quantitativen und qualitativen Ergebnisse, die Profile sowie die jeweiligen Gewohnheiten und Präferenzen der Führungskräfte aufgreift.
  • Crowdsourcing: Ebenso mit den Dashboards verknüpfte Tools zum gemeinsamen Brainstorming und Priorisieren von Ideen. Diese binden nicht nur Teammitglieder ein, sondern sind gerade nach häufigeren Befragungen ein effizientes Mittel, um die vorgeschlagenen Maßnahmen im Team zu verifizieren und schnell zusätzliche Möglichkeiten auszuloten.
  • Closed Loop-Technologie: Individuelle Experience-Verbesserungen durch Benachrichtigungen oder Ticket-Initiierungen infolge von (zumeist negativem) Feedback, damit die zuständigen Personen zeitnah intervenieren können. Dies ist besonders in Lifecycle- und Candidate Experience-Projekten praktikabel, wo es oft unter anderem um individuelle Hilfestellung geht.

Zunehmend mehr Unternehmen, ihre Führungskräfte und thematisch Verantwortlichen hören immer häufiger und besser zu, um mehr zu bewegen. Wer die richtigen Fragen zu den passenden Themen an die geeigneten Zielgruppen zum richtigen Zeitpunkt stellt, kann dementsprechend zielgerichtet handeln. Neue technologische Lösungen können dabei Impulse setzen, die Mitwirkungsbereitschaft erhöhen und unmittelbare Verbesserungen initiieren.

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