Upskilling mit KI: Lösungen für die Herausforderungen von morgen

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Upskilling mit KI: Maßgeschneiderte Lösungen für die Herausforderungen von morgen
Von automatisierten Bewertungen bis zur ethischen Nutzung: Wie lassen sich Tools wie ChatGPT in die kontinuierliche Mitarbeiterentwicklung einbinden – und was müssen Arbeitgeber beachten?

Spätestens seit dem Marktstart von ChatGPT vor gerade einmal einem Jahr ist das Thema künstliche Intelligenz (KI) ein alltägliches geworden. Auch im Bereich HR allgemein und beim Upskilling im Speziellen ist die Technologie angekommen. Trotzdem halten sich hartnäckig Vorbehalte und Unsicherheiten. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen nicht genau, wie KI funktioniert und wie sie optimal eingesetzt werden kann. Offene rechtliche Fragen tragen ebenfalls zur Zurückhaltung bei. Statistiken aus dem Cornerstone Talent Health Index zeigen, dass weniger als 40 Prozent der Unternehmen weltweit KI und maschinelles Lernen für die Analyse ihrer Talentprogramme nutzen.

Dabei ist völlig klar: Auch die Arbeitswelt unterliegt einem stetigen Wandel. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen fähig sein, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das ist nicht nur im Hinblick auf KI entscheidend. Traditionelle Schulungsmethoden stoßen immer häufiger an ihre Grenzen; und hier kann KI wiederum als Wegbereiter für eine effiziente und maßgeschneiderte Weiterbildung auftreten.

Möglichkeiten für KI-Einsatz im Upskilling

Aber wofür eignet sich die Technologie im Bereich Upskilling? Einige Vorschläge:

  1. KI als maßgeschneiderte Lehrkraft
    Ein herausragender Vorteil von KI im Upskilling ist die Möglichkeit, personalisierte Lernpfade zu erstellen. Anhand individueller Fähigkeiten, Interessen und beruflicher Ziele gestaltet KI maßgeschneiderte Schulungsprogramme, die den Bedarf jedes Mitarbeiters oder jeder Mitarbeiterin abdecken.
  2. Die Kunst der Vorausschau
    Durch die Anwendung von Predictive Analytics kann KI potenzielle Skill-Gaps identifizieren. Mit dieser präventiven Analyse können Unternehmen, proaktiv Schulungsmaßnahmen planen und sicherstellen, dass das Team stets über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt.
  3. Automatisierte Skill-Bewertung und Zertifizierung
    Fähigkeiten der Mitarbeitenden können von einer KI automatisiert bewertet werden. So können Arbeitgeber den Fortschritt des einzelnen Mitarbeiters oder der einzelnen Mitarbeiterin objektiv messen. In diesem Prozess können Mitarbeitende auch automatisch Zertifizierungen erhalten, wenn sie ein entsprechendes Skill-Level erreicht haben.
  4. KI-gestütze Kuratierung von Lerninhalten
    Generative KI hilft dabei Lernpfade leichter zu erstellen. Administratoren werden hierbei durch einen Prozess geführt bei dem Sie Unterstützung bei der Wahl des Titels, der Beschreibung oder dem Bild eines Lernpfades erhalten. Ebenfalls aber auch auf der inhaltlichen Ebene: Welche Skills passen zur Beschreibung? Welche Lerninhalte aus dem Katalog passen zu den entsprechenden Skills? So wird die Zusammenstellung von relevanten Lerninhalten deutlich einfacher.
  5. KI-Unterstützung beim Konsumieren von Lerninhalten
    In vielen Fällen geht es darum, den Lernenden das Leben so leicht wie möglich zu machen. Auch hier spielt KI eine relevante Rolle und kann beispielsweise Lerninhalte zusammenfassen oder ein Wissenstest generieren, um den Lernerfolg zu überprüfen.
  6. KI als aktiver Karrierebegleiter
    Für die Mitarbeitenden ist es sehr wichtig zu verstehen, was sie im Unternehmen erreichen können und was potenzielle nächste Schritte seien können. Das KI-gestützte Skills Management bildet die Grundlage für den sogenannten Opportunity Marketplace. Hier haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit nach Projekten, Mentoren oder auch dem nächsten Job im Unternehmen zu suchen. Immer unter der Prämisse: Was passt zu mir und meinem Skillset?

Die ganz individuelle Zukunft

Die Talententwicklung wird zukünftig von einer Symbiose zwischen menschlichen Lehrkräften und KI-gesteuerten Systemen geprägt sein. Dabei ist es entscheidend, ethische Grundsätze und Datenschutzbestimmungen zu beachten. Die Datennutzung sollte transparent sein und es sollte klare Richtlinien geben, um das Vertrauen der Mitarbeiter in den Upskilling-Prozess zu gewährleisten.

Eines muss darüber hinaus klar sein: Nicht jedes Unternehmen ist gleich. Die Voraussetzungen sind unterschiedlich, die Ziele auch. Am Anfang eines jeden KI-Projektes steht daher eine gründliche Selbstreflexion. Unternehmen müssen verstehen, was ihre eigenen spezifischen Bedürfnisse, Herausforderungen und Ziele sind.

Denn KI kann nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn sie genau auf die spezifischen Anforderungen Ihres Unternehmens zugeschnitten ist. Eine technische Lösung, die bei einem Chemiekonzern funktioniert, ist möglicherweise für ein Start-up völlig sinnlos – und umgekehrt.

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