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Höhere Löhne in der Zeitarbeit

Die Löhne für die
derzeit rund 750.000 Beschäftigten in der Zeitarbeit sind zum 1. April
gestiegen. Erstmals verdienen Zeitarbeiter in Ost und West gleich viel. Der
Grund: ein bundesweit einheitlicher Tarifvertrag.

Frau stapelt Münzen neben Sanduhr.
Foto: Andrey Popov/Adobe Stock

Der am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Tarifvertrag zur
Regelung von Mindeststundenentgelten in der Zeitarbeit sorgte bereits im
vergangenen Jahr für mehrere, gestaffelte Lohnerhöhungen. Im Osten verdienten
ungelernte Zeitarbeiter, die eine betriebliche Einweisung benötigen, zuletzt
10,10 Euro, im Westen mit 10,15 Euro etwas mehr. Seit April nun gibt es nicht
nur eine erneute Lohnanpassung, sondern auch einen bundeseinheitlichen Betrag
der Zeitarbeitslöhne: 10,45 Euro.

Der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ)
bezeichnet diesen Stichtag daher als ein historisches Datum. “Damit”, so
iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz, “schließt sich ein Kreis langjähriger
erfolgreicher Tarifverhandlungen zwischen den Sozialpartnern, und es ist ein
weiterer wichtiger Schritt getan, der sich nur durch das hohe Gut der
Tarifautonomie realisieren ließ.” Bereits beschlossen ist zudem eine erneute
bundesweite Lohnerhöhung auf 10,88 Euro nach einem Jahr, also zum 1. April
2022.

Positive Trendwende
der Zeitarbeit

Nicht nur für die rund 750.000  Beschäftigten in Zeitarbeitsunternehmen ist
die Lohnanpassung eine gute Nachricht. Auch für Menschen, die aus einer
womöglich Corona-bedingten  Arbeitslosigkeit einen neuen Einstieg in den
Arbeitsmarkt über die Zeitarbeit schaffen wollen, sind die bundeseinheitliche
Tarifvereinbarung und die Staffelung der Lohnerhöhung ein Ansporn.

Eine Analyse des Bundesarbeitgeberverbandes der
Personaldienstleister (BAP), die sich auf amtliche Daten der Bundesagentur für
Arbeit stützt, hat ergeben, dass im Dezember 2020 36 Prozent mehr Arbeitslose
eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als Zeitarbeiter aufgenommen
haben als noch im Dezember 2019. Nur 23 Prozent der Zeitarbeiter wurde im
Gegenzug arbeitslos.

Nicht nur ungelernte
Zeitarbeiter verdienen mehr

Auch in höheren Entgeltgruppen erhalten Zeitarbeiter mehr
Lohn: Für Tätigkeiten, die eine Anlernzeit, fachbezogene Berufserfahrung oder
fachspezifische Kenntnisse erfordern (Entgeltgruppe 2a), steigerte sich der
Stundenlohn auf 11,15 Euro.

Tätigkeiten, für die eine fachspezifische Qualifikation
erforderlich ist (Entgeltgruppe 2b), werden fortan mit 11,72 Euro entlohnt. Die
Bezahlung von Tätigkeiten, für die eine abgeschlossene mindestens zweijährige
Berufsausbildung erforderlich ist (Entgeltgruppe 3), steigert sich auf
bundesweit einheitliche 12,79 Euro. An der Spitze des Spektrums – für Tätigkeiten,
die ein abgeschlossenes Fachhochschulstudium mit mehrjähriger Berufserfahrung
oder ein Hochschulstudium (Entgeltgruppe 9) erfordern – sind fortan 22,79 Euro
pro Stunde fällig.

Die Entgelttabellen mit allen Gruppen und deren jeweiligen
Stundensätzen finden Sie auf der >Website des BAP.