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100 000 Euro und mehr – wie Frauen Top-Gehälter erzielen

Business-Frau auf Chefsessel zurückgelehnt, auf dem Boden ein goldenes Euro-Zeichen
83 Prozent aller Spitzenverdienerinnen haben eine Führungsposition.
Foto: © Sergey Nivens/StockAdobe

Weibliche Fachkräfte in Deutschland verdienen im Schnitt immer noch weniger als Männer, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sie andere Erwerbs- biografien haben und öfter in Teilzeit arbeiten. Unter welchen Voraussetzungen Frauen Spitzengehälter erreichen können, zeigt eine aktuelle Analyse.

Nur 15 Prozent aller Fachkräfte hierzulande, die ein Jahresgehalt von mehr als 100 000 Euro erzielen, sind weiblich. Diejenigen Frauen, die sechsstellige Gehälter erzielen, verdienen im Schnitt 130 200 Euro jährlich. Das geht aus einer Auswertung des Gehaltsplaners von > Stepstone hervor, der auf rund 200 000 Datensätzen beruht. Die Analyse macht transparent, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit Frauen gute Aussichten auf ein sechsstelliges Gehalt haben.

Zehn Prozent mehr für promovierte Frauen

Der erste und oft schon entscheidende Faktor, der die Chancen für einen Topverdienst erhöht, ist die Ausbildung: Mehr als jede zweite Spitzenverdienerin hat mindestens einen Master- oder Diplomabschluss; elf Prozent haben einen Doktortitel. Nur ein Viertel der Topverdienerinnen hat keinen akademischen Hintergrund. Spitzenverdienerinnen mit Promotion beziehen im Mittel 142 900 Euro im Jahr – rund zehn Prozent als der Schnitt der Frauen, deren Gehälter im oberen Bereich liegen. Obwohl weibliche Fachkräfte, die auch ohne Hochschulabschluss auf einen Verdienst ab 100 000 Euro kommen, in der Minderheit sind, liegt ihr Durchschnittsgehalt lediglich zwei Prozent unter dem Durchschnitt von 130 200 Euro.

Branchen und Jobtitel, die mit höheren Gehältern winken

Die Analyse nach Branchen ergibt, dass Frauen im Bausektor mit durchschnittlich 146 000 Euro die höchste Vergütung erreichen. Auch im Maschinenbau – ebenfalls eine überwiegend männlich geprägte Domäne – sichern sich Frauen mit 136 100 Euro überdurchschnittliche Gehälter. Die Auswertung nach Jobtiteln zeigt, dass weibliche Chief Information Officers (CIOs) mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 183 000 Euro an der Spitze stehen. Auch Frauen, die eine Vice-President-Position haben, werden mit rund 176 000 Euro hoch dotiert. Ebenfalls über dem Schnitt aller Spitzenverdienerinnen bewegen sich die Gehälter von Vertriebschefinnen (134 900 Euro) und Personalleiterinnen (131 800 Euro).

Personalverantwortung zahlt sich aus

Mitarbeiterinnen mit Personalverantwortung haben höhere Chancen auf einen Topverdienst: 83 Prozent aller Frauen mit Spitzengehältern sind Führungskräfte. Je mehr Verantwortung Vorgesetzte tragen, umso höher fällt die Vergütung aus. Weibliche Führungskräfte auf Vorstandsebene verdienen zum Beispiel durchschnittlich 37 Prozent mehr als Teamleiterinnen.

Topverdienerinnen meist mindestens zehn Jahre im Job

Naturgemäß spielt auch die Berufserfahrung eine Rolle, wenn es darum geht, einen Spitzenverdienst zu erzielen. Circa drei Viertel der Frauen (73 Prozent), die mehr als 100 000 verdienen, sind mindestens zehn Jahr im Job; weitere 18 Prozent bringen wenigstens sechs Jahre Berufserfahrung mit.

Die Städte mit den besten Gehaltsaussichten für Frauen

Auch je nach Region erhöhen sich die Chancen für Frauen auf Topgehälter: In Düsseldorf, Frankfurt am Main und Berlin ist die Bezahlung  der Spitzenverdienerinnen mit über 135 000 Euro besonders hoch.

Ob die Bedingungen für Spitzengehälter nicht genauso oder ähnlich auch für Männer gelten und wie sich deren durchschnittliche Topvergütung von der ihrer weiblichen Kollegen unterscheidet, darüber sagt die Auswertung nichts aus.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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