In diesem Jahr werden Tarifverträge von rund 12 Millionen Beschäftigten neu verhandelt. Das zeigen Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, die die Kündigungstermine der Tarifverträge zusammengetragen hat. Die Daten zeigen, dass auch in diesem Jahr umfangreiche Tarifrunden anstehen und mit Streiks in verschiedenen Branchen zu rechnen ist. Die Tarifstreitigkeiten werden sich also auch 2024 fortsetzen. Dieses Jahr verhandeln die Gewerkschaften und Mitarbeitervertretenden für insgesamt rund eine Million mehr Menschen als noch 2023.

Die größte Gruppe der Beschäftigten, für die dieses Jahr die Tarifverträge auslaufen, sind die aus der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall handelt hier für mehr als 3.600.000 Arbeitnehmende neue Verträge aus. Nadine Boguslawski, verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft für Tarifpolitik, erklärt uns, dass sich die Forderungen natürlich nach den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden und der wirtschaftlichen Lage richten werden. „Wie viel mehr Zeit und mehr Geld 2024 auf dem Zettel stehen soll, darüber bestimmen unsere Mitglieder und Gremien Mitte des Jahres“, führt sie aus.
Diese Übersicht zeigt eine Auswahl größerer Tarifgruppen. Eine umfassende Übersicht der Kündigungstermine der Tarifverträge entnehmen Sie dem Kündigungsterminkalender des WSI.
Info
Januar 2024:
- Privates Verkehrsgewerbe Niedersachsen (77.000 Beschäftigte)
Februar 2024:
- Druckindustrie (109.000 Beschäftigte)
März 2024:
- Bauhauptgewerbe (731.000 Beschäftigte)
- Leiharbeit (BAP, iGZ) (700.000 Beschäftigte)
- Hotel- und Gaststättengewerbe Bayern, Mecklenburg-Vorpommern (182.000 Beschäftigte)
- Privates Verkehrsgewerbe Baden-Württemberg (93.000 Beschäftigte)
April 2024:
- Privates Verkehrsgewerbe Nordrhein-Westfalen (176.000 Beschäftigte)
- Hotel- und Gaststättengewerbe Niedersachsen (ohne Weser-Ems), Thüringen (67.000 Beschäftigte)
Mai 2024:
- Private und öffentliche Banken (205.000 Beschäftigte)
- Hotel- und Gaststättengewerbe Schleswig-Holstein, Weser-Ems, ostfriesische Nordseeinseln, Nordrhein-Westfahlen (175.000 Beschäftigte)
Juni 2024:
- Chemische Industrie (587.000 Beschäftigte)
- Systemgastronomie (79.000 Beschäftigte)
September 2024:
- Metall- und Elektroindustrie (3.639.000 Beschäftigte)
- Maler- und Lackiererhandwerk (131.000 Beschäftigte)
- Hotel- und Gaststättengewerbe Baden-Württemberg (100.000 Beschäftigte)
- Dachdeckerhandwerk (72.000 Beschäftigte)
November 2024:
- Privates Verkehrsgewerbe Bayern (132.000 Beschäftigte)
- Volkswagen AG (100.000 Beschäftigte)
Dezember 2024:
- Öffentlicher Dienst Bund und Gemeinden (2.442.000 Beschäftigte)
- Gebäudereinigungshandwerk (490.000 Beschäftigte)
- Deutsche Post AG (160.000 Beschäftigte)
Info
Dieser Beitrag ist ursprünglich am 2. Januar erschienen. Am 8. Januar wurde er um das Statement der Gewerkschaft IG Metall ergänzt.
Tim Stakenborg war bis Sommer 2024 Redakteur bei der Personalwirtschaft.

