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Skill-Ranking: Deutschland liegt weltweit auf Platz drei

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Im weltweiten Vergleich belegen Deutschlands Lernende beim Skills-Ranking den dritten Platz hinter der Schweiz und Japan. Dahinter folgen die Niederlande, Frankreich, Schweden, Spanien, Österreich und Belgien. Damit befinden sich neun der zehn lernwilligsten Länder in Europa. Zum Vergleich: China liegt auf Platz 36, die USA auf Rang 69. Das besagt der aktuelle Global Skills Report 2024 der Online-Lernplattform Coursera, die jährlich untersucht, wie es um die Kompetenzen von Lernenden in Schlüsselsegmenten bestellt ist.

Ansturm auf Weiterbildungen zu KI-Themen

Und was haben die Menschen in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr Neues gelernt? Unter anderem haben sie sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt. Weiterbildungen zu generativer Künstlicher Intelligenz verzeichneten laut Report im vergangenen Jahr in Deutschland einen Zuwachs von 662 Prozent. Die am meisten nachgefragten Kurse betrafen den Umgang mit großen Sprachmodellen wie ChatGPT, Schulungen zu ChatGPT-Prompts sowie allgemeine Kurse zu generativer KI. Fähigkeiten im Umgang mit Künstlichen Neuronalen Netzwerken, angewandtes Machine Learning und Algorithmen für Machine Learning waren die begehrtesten Skills für Lernende hierzulande. Das Geschlechterverhältnis in den Kursen war einigermaßen ausgeglichen: 40 Prozent Frauen standen 60 Prozent Männern gegenüber, das Durchschnittsalter der Lernenden lag bei 34 Jahren. Mehr als ein Drittel der Schulungen erfolgte über mobile Endgeräte.

Fehlende digitale Fähigkeiten hemmen Investitionen

Dass die Weiterbildung im Bereich KI und digitalen Skills einen so hohen Stellenwert hat, ist für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland von fundamentaler Bedeutung. Die durch den Siegeszug generativer KI befeuerte Transformation bedeute, dass rund zwei Drittel aller Jobs in unterschiedlicher Weise von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung betroffen sein werden, erläutert Jeff Maggioncalda, CEO von Coursera, im Vorwort des Reports. Deswegen brauche es innovative Strategien, die Arbeitsbevölkerung wettbewerbsfähig zu machen. Insgesamt ist Europa für die Herausforderungen durch digitale Disruption zwar vergleichsweise gut aufgestellt. Allerdings gibt es auch in Europa erheblichen Verbesserungsbedarf. Während laut dem Report mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsunternehmen das Fehlen digitaler Skills als Investitionshindernis betrachten, hätten immerhin 40 Prozent der Erwachsenen nicht einmal grundlegende Kenntnisse im Hinblick auf digitale Technologien.

Auch kleinere Schulungen zertifizieren

Auch wenn der Report Deutschlands Lernenden insgesamt insbesondere im Bereich Data Science und Technologie ein gutes Zeugnis ausstellt, ist doch noch Luft nach oben. So seien Spanien, Frankreich und Großbritannien im Hinblick auf länger andauernde Weiterbildungen zu generativer KI besser aufgestellt. Beim Upskillig der Arbeitskräfte könnten auch sogenannte Microcredentials hilfreich sein, also Zertifikate zu kleineren Schulungen, die vielfach im Unternehmen selbst erfolgen, regen die Autoren und Autorinnen an. Das sei gerade in Deutschland wichtig, wo Zeugnisse und Zertifikate für berufliche Perspektiven eine wichtige Rolle spielen.

Weltweit wächst der Bedarf an KI-Skills

Der Blick auf die weltweite Lernsituation in dem Report zeigt große Unterschiede auf – und eine Gemeinsamkeit: Die Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 setzte überall ein Rennen auf digitale Fertigkeiten in Gang. Doch während etwa in Südamerika der Fokus eher auf dem Erwerb von IT-Basisfähigkeiten liegt, sind beispielsweise in Nordamerika eher fortgeschrittene Skills im Umgang mit großen Sprachmodellen gefragt. Es gebe insgesamt einen dringenden Bedarf an neuen und innovativen Strategien für eine kompetitive Belegschaft, erläutert Coursera-CEO Jeff Maggioncalda. Der Report solle Unternehmen sowie staatlichen und akademischen Einrichtungen praxisnahe Einblicke bieten, um auf bisher beispiellose Disruptionen reagieren zu können.

Info

Christina Petrick-Löhr betreut das Magazinressort Forschung & Lehre sowie die Berichterstattung zur Aus- und Weiterbildung. Zudem ist sie verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft sowie den Deutschen Personalwirtschaftspreis.