Wir schreiben die frühen 1990er-Jahre. Der Autor dieses Beitrags arbeitet bei einer überregionalen Zeitung im Münsterland als freier Journalist. Der erste Artikel – geschrieben auf einer elektrischen Schreibmaschine, immerhin mit Korrekturfunktion – liegt auf dem Schreibtisch des zuständigen Redakteurs. Stundenlang hat der Nachwuchsjournalist an jedem Satz gefeilt, recherchiert, gestrichen, neu angesetzt. Fünf Minuten später ist alles durchgestrichen. „So nicht“, sagt der Chef. „Noch mal von vorn.“ Also: Überarbeiten. Und überarbeiten. Und noch mal überarbeiten. Um mit der Zeit besser – und damit auch schneller – zu werden.
So wurde im Journalismus früher meistens gelernt. Durch Wiederholung der Basics. Durch bisweilen gnadenlose Rückmeldungen. Und durch das Wissen, dass der erste Versuch selten der beste ist. Und heute? „Vor allem repetitive Tätigkeiten wie Datenrecherche, Sortierung oder einfache Texterstellung werden zunehmend von KI übernommen“, schreibt Andreas Weck auf t3n.de. Digitalunternehmer Philipp Klöckner formuliert es in einer Keynote noch deutlicher: „Der Nachwuchs lernt nicht mehr, worauf es ankommt. Weil die KI ihnen die Arbeit abnimmt, ohne dass sie sie je verstanden haben.“ Doch was passiert mit dem Handwerk, wenn die KI den Einstieg übernimmt? Was geht verloren – an Erfahrung, an Fehlerkultur, an Tiefe?
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