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Gesunde Führung für die hybride Arbeitswelt – wie HR und Führungskräfte die Belegschaft mitnehmen

Mitarbeitende auf Distanz zu führen ist eine große Herausforderung. Wie können trotz fehlender Nähe eine vertrauensvolle Beziehung zu den Mitarbeitenden und ein Gemeinschaftsgefühl entstehen? Impulse lieferte das Webinar der Personalwirtschaft und der Techniker Krankenkasse.

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Durch die weiterhin andauernden Umstände der Covid-19-Pandemie hat sich bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wunsch verstärkt, vermehrt remote zu arbeiten. So möchte laut einer Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) rund jeder zweite Befragte auch in Zukunft weiterhin im Homeoffice bleiben, mindestens zwei Tage pro Woche. Etwas mehr als zwei Fünftel (44,3 Prozent) der Befragten geben an, dass sie ihre Arbeit in den eigenen vier Wänden genauso gut erledigen können wie im Büro. Für Führungskräfte bedeutet das neue Herausforderungen, denen sie begegnen müssen.

Mit diesem Thema beschäftigte sich Ende Januar das Personalwirtschaft-Webinar „Gesunde Führung für die hybride Arbeitswelt – wie HR und Führungskräfte die Belegschaft mitnehmen“ der Techniker Krankenkasse (TK). Referenten und Referentinnen waren Stephan Bartels, Berater für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK, Birgit Novy, Leiterin Personalentwicklung beim Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), und Wirtschaftspsychologin Nadja Schneider, Trainerin und Beraterin bei der Info GmbH.

Eine Umfrage unter den rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern während des Webinars ergab: Auch hier schätzt die Mehrheit das Arbeiten von zu Hause, unter anderem wegen der besseren Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben. 84 Prozent gaben als größtes Plus am Homeoffice an, dass Anfahrtswege wegfallen. Sieben von zehn Befragten (71 Prozent) empfinden ihre Work-Life-Balance als ausgeglichener.

Risikofaktor Einsamkeit

Doch das Arbeiten auf Distanz hat eine Kehrseite: Viele Menschen empfänden durch das Arbeiten am heimischen Schreibtisch mehr Stress und gäben an, dadurch körperliche Beschwerden zu haben. „Wir bewegen uns weniger, machen keinen Sport, keinen Tanzkurs, wir gehen nicht in die Kantine, bleiben am Schreibtisch sitzen“, stellt Nadja Schneider fest.

Die Wirtschaftspsychologin nannte weitere Bereiche, auf die sich Remote Work negativ auswirkt: Soziale Kontakte leiden oder fallen ganz weg. Viele Menschen verfallen in eine ungeregelte Tagesstruktur mit einem verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus, gehen ihren Hobbys nicht mehr nach, vernachlässigen eine ausgewogene und regelmäßige Ernährung und empfinden einen hohen emotionalen Druck im Wohnumfeld. Wie wichtig das Miteinander ist, betonte auch Stephan Bartels: „Die Menschen leiden darunter, dass sie kaum soziale Kontakte haben. Dabei ist es ein wesentlicher Gesundheitsfaktor, dass wir miteinander kommunizieren, weil wir soziale Wesen sind.“ Der Berater schilderte seine Beobachtung, dass Menschen die Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020 noch hingenommen hätten. Doch im Folgejahr seien diese für viele zu einem Problem geworden. Er rät Unternehmen, insbesondere Führungskräften und HR, dazu, auch diesen Aspekt zu beachten und mehr Emotionalität in die Führung auf Distanz aufzunehmen: „Das ist der soziale Klebstoff. Den haben wir im Moment nicht mehr.“

Mithilfe des Führungsverhaltens könnten Beziehung und Vertrauen über Distanz aufgebaut werden, erklärte Nadja Schneider: „Je digitaler und je automatisierter unsere Welt wird, umso mehr muss die Menschlichkeit in den Vordergrund rücken.“ Im Folgenden stellte sie zehn Praxistipps vor, die beim Führen über Distanz oder auch von hybriden Teams helfen können, die Sie auf unserem Schwesterportal Total Rewards nachlesen können.

Führung und BGM gehören zusammen

Quintessenz des Webinars: Virtuelles Führen ist herausfordernd für Führungskräfte. Dennoch kann es mit einfachen Strategien gelingen, trotz sozialer Distanzierung eine Beziehung und Vertrauen aufzubauen und das Menschliche zu erhalten. Dies wirke sich positiv auf die Gesundheit der Belegschaft aus, betonte schließlich Birgit Novy vom KDO: „Führung hat einen wahnsinnig großen Einfluss auf die Gesundheit. Wir müssen kreativ sein, uns Dinge überlegen, denn BGM und Führung gehören einfach zusammen.“

Info

Die Referentinnen und der Referent

Stephan Bartels

Berater für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TK

Birgit Novy

Leiterin Personalentwicklung beim Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO)

Nadja Schneider

Wirtschaftspsychologin und Beraterin bei der INFO GmbH

(Text: Kirstin Gründel)

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