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Bahnchef Grube zurückgetreten

Dr. Rüdiger Grube ist überraschend als DB-Vorstandsvorsitzender zurückgetreten.
Foto: Marc Darchinger - Deutsche Bahn AG
Dr. Rüdiger Grube ist überraschend als DB-Vorstandsvorsitzender zurückgetreten.
Foto: Marc Darchinger – Deutsche Bahn AG

Ursprünglich sollte auf der Aufsichtsratssitzung Grubes am 31. Dezember 2017 auslaufender Vertrag um drei Jahre verlängert werden. Doch es kam zu Diskussionen und schließlich erklärte sich der Aufsichtsrat nur noch dazu bereit, den Vertrag um zwei Jahre zu verlängern. Grube trat daraufhin zurück. In einem Brief an die 300 000 Mitarbeiter der Bahn begründete der 65-Jährige seinen plötzlichen Entschluss. Er habe vom Personalausschuss die Zusage erhalten, dass sein Vertrag um drei Jahre verlängert würde, doch dann habe man ihm in der Aufsichtsratssitzung diese bereits erteilte Zusage auf zwei Jahre kürzen wollen, obwohl er auf Gehaltssteigerung und Abfindung verzichtet habe. Daraufhin habe er eine klare Entscheidung treffen müssen. Mit Verweis auf seine Herkunft als Sohn eines Obstbauern sagte er, er habe gelernt, was Geradlinigkeit und zu seinem Wort zu stehen bedeute.

Rüdiger Gruppe war seit dem 1. Mai 2009 Vorstandsvorsitzender der
Deutsche Bahn AG. Bis August 2016 war er außerdem Vorstandsvorsitzender
der inzwischen aufgelösten DB Mobility Logistics AG. Bis der Aufsichtsrat über seine Nachfolge entschieden hat, übernimmt Finanzvorstand Dr. Richard Lutz kommissarisch den Vorstandsvorsitz.

Medienberichten zufolge soll die Bundesregierung mit Grube an der Spitze des Staatsunternehmens eher unzufrieden gewesen sein, weil die Rendite leide, unter anderem, weil die Bahn im Regionalverkehr immer mehr Geschäft an private Konkurrenz verloren hat.

Grube machte zunächst eine Ausbildung zum Metallflugzeugbauer, danach wurde er. Diplom-Ingenieur und absolvierte außerdem ein Studium der Berufs- und Wirtschaftspädagogik.Anschließend arbeitete er zunächst als Berufsschullehrer. Von 1981 bis 1986 war Grube an der Universität Hamburg als Lehrbeauftragter im Fachbereich Fertigungstechnik tätig. Nach seiner Dissertation 1986 machte er sich als Berater für neue Technologien selbständig und arbeitete dabei unter anderem für Messerschmitt-Bölkow-Blohm. Ab 1989 war er Geschäftsfeldleiter für Diversifikation und Neue Technologien bei MBB. Danach arbeitete Grube als Büroleiter für Hartmut Mehdorn, der damals Leiter der Geschäftsführung der Deutschen Airbus GmbH war. Ab 1992 verantwortete Rüdiger Grube den Standort Ottobrunn der DASA. 1994 wurde er Leiter des Luftfahrt-Stabes und 1995 Direktor für Unternehmensplanung und Technologie bei der DASA, anschließen Direktor für Technik und Planung. 1996 wurde er Leiter der Konzernstrategie der Daimler-Benz AG. 1999 wechselte Grube als Geschäftsführer zur Häussler-Gruppe, kam jedoch nach wenigen Monaten wieder zurück. 2000 wurde er Senior Vice President Konzernentwicklung bei DaimlerChrysler. Ab 2001 war er dort als Vorstandsmitglied für Konzernentwicklung tätig und auch für das China-Geschäft verantwortlich, später für Nordostasien.

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