Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Vom Comic bis zum Mars-Rover

Ankündigung Kategorie
Die Nominierten für den #DPP2020 stellen ihre HR-Projekte auf der ZP Europe Virtual vor.

+++ Alle Videos unserer Finalisten können auf
unserer Seite
und unserem YouTube-Kanal
angesehen werden. Geben Sie hier
ihre Stimme für das Gewinnerprojekt ab
.+++

“Das Thema Ausbildung lebt mehr denn je – trotz Corona”, unterstrich
Moderator Erwin Stickling, Herausgeber der Personalwirtschaft. Das sahen
offenbar auch die 100 Teilnehmer des Workshops so, die eifrig per Chat Fragen
stellten und sich einbrachten.

AXRO Bürokommunikation

Als erstes stellte AXRO Bürokommunikation ein besonderes Projekt
zur Azubi-Gewinnung vor. Der Clou von #ready_to_become_an_axronaut: Der
komplette Ausbildungszyklus lag in den Händen zweier Azubis. “Was machen die jüngeren
besser als ältere Personaler?” fragte Erwin Stickling. Anke Killat,
Personalleiterin und Initiatorin des Projektes erklärte: “Sie zeichnen ein sehr
authentisches Bild von der Ausbildung, kennen die täglichen Anforderungen und
sind die besseren Markenbotschafter.”

Zwar waren die Azubis für das Projekt allein
verantwortlich, allerdings wurde der Projektplan eng mit Anke Killat
abgestimmt. Sie übernahm eine Art Mentorenfunktion. “Wir hatten jederzeit die
Gelegenheit, über Fortschritte des Projektes zu sprechen”, meinte die
Personalerin. Zwischen Ende Mai und Mitte Juni schickten insgesamt 200 Bewerber
ihre Unterlagen an das Unternehmen. Dabei galt es, vier Stellen zu besetzen.

Auszubildende stellen das Projekt vor.
Auszubildende zeichnen ein authentisches Bild von der Ausbildung, kennen die täglichen Anforderungen und sind die besseren Markenbotschafter. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Mit dem Projekt will
AXRO eine authentische Erfahrung für die Bewerberinnen und Bewerber schaffen und
glaubt, die richtigen Kandidaten von sich überzeugen zu können, auch wenn das
Unternehmen keinen großen Markenbekanntheitsgrad hat. “Welche Tipps haben Sie für
kleine Betriebe?”, fragte Erwin Stickling nach. “Eine gute Kommunikation mit
den Fachabteilungen ist wichtig”, unterstrich Anke Killat.

Deutsche Apotheker- und Ärztebank

“Abenteuer apo-Bank” hat die Deutsche Apotheker- und
Ärztebank ihr Projekt betitelt. Dahinter verbirgt sich ein webbasiertes
Berufsorientierungs-Spiel im Comic-Stil. Die Zielgruppe: Schülerinnen und
Schüler mit Interesse an der Finanzbranche, denen ein Einblick in den Alltag
der Bank gegeben werden soll – im Kontext der speziellen Ausrichtung auf
Apotheker und Ärzte.

Nach dem Grund für den Comic-Stil des Spiels gefragt,
erklärte Alexander Hohaus, verantwortlich für Employer Branding und
Personalmarketing: “Wir wollten weg vom steifen Banken-Design und das Spiel
zielgruppengerecht gestalten.” Nach Betreten der Startseite, auf der eine kurze
Einführung erfolgt, gelangen die Besucher auf eine Verteilerseite und können
eins von fünf Comics anhand des Covers auswählen und starten. Nach dem
Durchlauf des gesamten Spiels erhalten die User ein Feedback.

Doch wie kommt das Spiel
an? “Wir hatten knapp 6000 Zugriffe”, berichtete Alexander Hohaus. Im Schnitt seien
die Nutzer 15 Minuten im Spiel geblieben, 550 “sprangen” sogar auf die
Karriereseite der Bank über. “Das merken wir auch in den Bewerberzahlen, die
wir kontinuierlich steigern konnten. Dieses Jahr waren es bereits über 2000.”

OHB System AG

Weit hinaus ins Sonnensystem begibt sich das Projekt
“MarsRob” der OHB System AG, einem führenden Unternehmen in der
Raumfahrtbranche. “MarsRob” ist ein jahrgangsübergreifendes Ausbildungsprojekt,
das bis in den Weltraum führt. Dabei wird über mehrere Ausbildungsjahrgänge
hinweg sukzessive ein Mars-Roboter entwickelt, der per Satellit über
Sprachsteuerung gelenkt werden kann. Der Roboter nach dem Vorbild der NASA soll
sowohl autonom fahren als auch durch Telekommandos einer Bodenkontrollstation
(über eine simulierte Satellitenkommunikation) gesteuert werden können. Neben
dem “MarsRob” galt es auch, einen Nanosatelliten zu designen.

Ausbildungsleiter Ulrich Uffelmann von der OHB System AG beschreibt das Projekt
Ausbildungsleiter Ulrich Uffelmann von der OHB System AG beschreibt das Projekt “MarsRob”. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Zwar wird der Marsroboter nicht wirklich zum Mars fliegen,
sondern lediglich auf der Erde fahren. Der Nanosatellit soll allerdings schon
ins All. Die Sprachkommandos, die den Roboter steuern, werden dann zum
Satelliten und anschließend wieder zurück zur Erde gesendet.

“Teamfördernd, innovativ
und spannend” sind nur drei Vokabeln, mit denen Ausbildungsleiter Ulrich
Uffelmann von der OHB System AG das Projekt beschreibt. Derzeit sind 22
Studenten involviert, allerdings will man auf 40 aufstocken. Neben dem immensen
Lerneffekt für die Studierenden hat das Projekt auch Einfluss auf das Employer
Branding des Unternehmens. “Auf jeden Platz haben wir zehn bis 15 Bewerbungen,
und zwar absolute High-Level-Bewerbungen. Wir hätten leicht die doppelte Menge
einstellen können”, so Uffelmann.

Key Learnings

“Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihren Projekten?” fragte
Moderator Erwin Stickling abschließend. Für Alexander Hohaus steht fest: “Man
muss aus der Zielgruppe heraus denken”. Anke Killat betonte: “Auszubildende
sind die besten Botschafter für das Unternehmen.” Ulrich Uffelmann ergänzte für
OHB: “Viele talentierte Studenten, die firmeninternes Wissen umsetzen, schaffen
im Unternehmen Innovationen.”

+++ Alle Videos unserer Finalisten können auf
unserer Seite
und unserem YouTube-Kanal
angesehen werden. Geben Sie hier
ihre Stimme für das Gewinnerprojekt ab
.+++

Ist Redakteur der Personalwirtschaft. Er ist spezialisiert auf die Themen Arbeitsrecht und Outsourcing und verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.