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Die besten digitalen HR-Projekte des Jahres

Ankündigung Rubrik
Die für den #DPP2020 nominierten Kandidaten stellen ihre HR-Projekte auf der ZP Europe Virtual vor. Heute setzten die Nominierten der Kategorie “HR-Digital” die Vorstellungsrunde fort.

Das Interesse an dem Workshop war enorm: Schon zu Beginn konnte Moderator
Erwin Stickling, Herausgeber der Personalwirtschaft, vermelden, dass der
virtuelle Raum bis auf den letzten Platz gefüllt war. Wer noch nicht drin war, musste draußen bleiben. “In diesem Jahr ist wegen
Corona natürlich alles anders. Aber wir machen aus der Not eine Tugend”, betonte
Stickling mit Blick auf das digitale Format des Events. Dem großen Interesse
des Publikums tat das Ganze jedenfalls keinen Abbruch: Im Chat ging es von
Anfang an lebhaft zu.

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AWO Bezirksverband Oberbayern

Im Mittelpunkt der
Digitalisierungsstrategie der AWO stehen das Mitarbeiter-Portal sowie
die AWO-App. “Wir wollten eine Plattform schaffen, die für alle gleichermaßen
gut nutzbar ist”, unterstrich Projektleiterin Nadin Canli, die bei der AWO
Oberbayern als Bereichsleiterin Personal und Recht arbeitet. Das sei eine große
Herausforderung gewesen, nicht zuletzt, weil manche Mitarbeiter noch keine
eigene E-Mail-Adresse hätten. Speziell für sie habe man auch die App
entwickelt.

“Sie haben Ihre
HR-Prozesse buchstäblich auf den Kopf gestellt”, so Moderator Erwin Stickling. Das
Ziel – alle HR-Prozesse auf einer Plattform für jeden Mitarbeitenden – sei auf
jeden Fall erreicht. “Wir haben den Personalern das Papier weggenommen – das
war sicher eine weitere Herausforderung”, unterstrich Nadin Canli. Wichtig bei
dem Projekt war auch, dass der Vorstand jederzeit hinter dem digitalen Wandel
gestanden habe.

Deutsche Telekom Service Europe

Mit “Apps als Assistent für einen digitalisierten und
innovativen Arbeitsalltag” ist das Projekt der Deutschen Telekom Service Europe
überschrieben, dass sich als nächstes in einem kurzen Video präsentierte. Ein
wichtiger Baustein: Jeder Mitarbeiter bekam ein eigenes Diensthandy. “Was ist
der Grund dafür? Datensicherheit?”, hakte Erwin Stickling nach. “Das spielt
natürlich eine Rolle”, bestätigte Eva Rieskamp, Expertin HR Production Management,
die das Projekt gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Wolfgang Brnjak, Vice
President HR Guidance and Methods, vorstellte. In Bezug auf Verschlüsselung und
Datenkontrolle seien die Diensthandys ein wesentlicher Baustein.

Screenshot Telekom.
Die Deutsche Telekom Services Europe AG wollte ihre HR-Prozesse digitalisieren. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Die neue Mitarbeiter-App, die im Rahmen des Projekts
eingeführt wurde, vereint unter anderem die Themen Elternzeit, Zeiterfassung,
mobiler Aufgaben-Service, Wareneinkauf (als Bestell-App) sowie Healthcare
“unter einem Dach”. “Uns war wichtig, eine einfache Lösung mit einer hohen
Usability zu schaffen, damit die Mitarbeitenden sich auf ihre Kernaufgaben
konzentrieren können”, so Eva Rieskamp.

Weitere Argumente für
den App-Einsatz: “Wir sparen natürlich auch Kosten ein”, meinte Wolfgang
Brnjak. So fielen jetzt rund 2,8 Tonnen weniger Papier an – was auch der Umwelt
zugutekomme.

Hammerer Aluminium Industries

Bei Hammerer Aluminium Industries (HAI) ist das HAI-Pad ein
zentrales Element, um in Echtzeit HR-Daten zu analysieren. HAI-Pad? Nein, das
Publikum des virtuellen Workshops hatten sich nicht verhört. Eben jenes Pad
steht im Mittelpunkt des Projektes, das mit “People Analytics, die Employee
Experience der blue collars optimieren” betitelt ist. Vorgestellt wurde es von Birk
Alwes, Head of Human Resources der HAI Group.

Screenshot Hammerer.
Durch People Analytics haben Personaler mehr Zeit, sich um die Menschen zu kümmern. Foto: Screenshot der Veranstaltung

Generell, so Alwes, gehe es darum, dass Führungskräfte ihre
Mitarbeiter besser verstehen. “Wir bilden den gesamten Employee Lifecycle ab,
vom Onboarding bis zur Analyse von Fluktuation und Krankenständen”, sagte der
Personaler. Dabei spiele auch das Thema “Predictive Analytics” eine Rolle. So
ließen sich unter anderem Vorhersagen zur Entwicklung des Krankenstandes
machen. Hier werden auch Vergleichsdaten wichtig, etwa aus der Metallbranche.

Das Projekt hat sich zur
Erfolgsgeschichte entwickelt. “Trotz Corona ist die Mitarbeiterzufriedenheit
signifikant gestiegen”, betonte Birk Alwes. Sowohl Führungskräfte als auch den
Betriebsrat habe man von den Ergebnissen überzeugen können.

Zahlreiche Fragen aus der Community

Dass das digitale Workshop-Format ein voller Erfolg war,
zeigten auch die zahlreichen Reaktionen und Fragen aus dem virtuellen Plenum.
Nach seiner Einschätzung gefragt, welche Aspekte beim Telekom-Projekt
entscheidend gewesen seien, erklärte Wolfgang Brnjak: “Man muss in der Lage
sein, sich in den Mitarbeitenden hineinzuversetzen. Klar ist auch, dass sich
eine Kultur nicht so schnell verändert, wie die technische Entwicklung es
vorgibt.”

Nadin Canli erklärte: “Wir haben von Anfang an die größten
Kritiker der Digitalisierung direkt mit ins Boot geholt.” Denn Digitalisierung
könne auch Spaß machen.

Für Birk Alwes steht
fest: “Es muss ein Umdenken im Personalwesen geben und viel mehr mit Daten gearbeitet
werden, wir hatten anfangs nicht die ausreichende Datenqualität, haben diese
aber während des Projektes hergestellt. Personaler sollen nicht ersetzt, aber ihre
Arbeit angereichert werden”, unterstrich er.

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Ist Redakteur der Personalwirtschaft. Er ist spezialisiert auf die Themen Arbeitsrecht und Outsourcing und verantwortlich für die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.