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Osterloh übernimmt auch bei MAN den Personalvorstand

MAN Truck
MAN Truck & Bus ist eine Tochterfirma von Traton – und hat für zumindest sechs Monate den gleichen Personalchef. (Foto: MAN Truck & Bus SE)

Zumindest für sechs Monate wird Bernd Osterloh, Personalvorstand und Arbeitsdirektor bei der Volkswagen-Tochter Traton, dasselbe Vorstandsressort auch bei MAN verantworten. Wie der Omnibus- und LKW-Hersteller, der eine hundertprozentige Traton-Tochter ist, in der vergangenen Woche mitteilte, geht der eigentliche MAN-Personalchef Martin Rabe ab Anfang Oktober für sechs Monate in Elternzeit. Zuvor hatte das Onlineportal Business Insider Deutschland schon über den neuen Posten für den Ex-VW-Gesamtbetriebsratschef Osterloh berichtet – und darüber, dass Rabe beurlaubt sei.

Der 40-jährige Rabe hatte in den vergangenen knapp zehn Jahren eine steile Karriere bei der VW-Tochter hingelegt, während der er innerhalb von neun Jahren zum Einkommensmillionär aufstieg. Ende 2012 begann er als Referent im Betriebsrat. 2015 wurde er Generalsekretär des Betriebsrats, anschließend Personalleiter, bevor er 2020 in den Vorstand berufen wurde. “Rabes Beförderung war eine Art Geschenk für den Betriebsrat, damit der neue MAN-Chef Andreas Tostmann grünes Licht von den Arbeitnehmervertretern bekam”, zitiert Business Insider einen MAN-Manager. In den vergangenen Wochen und Monaten habe seine Vorstandstätigkeit allerdings unter keinem guten Stern gestanden, galt er vielerorts im Unternehmen als ungeeignet für den Job. Zudem hatte er mit seinem einstigen Förderer, dem mächtigen Betriebsrat Athanasios Stimoniaris (der das Unternehmen mittlerweile verlassen hat) gebrochen und soll laut dem Business-Insider-Bericht “bei den Compliance-Ermittlungen gegen den Betriebsratschef behilflich gewesen sein”.

Der nun übernehmende Bernd Osterloh war selbst erst vor wenigen Monaten nach Jahrzehnten an der Spitze des Gesamtbetriebsrates des VW-Konzerns in den Vorstand der Nutzfahrzeugtochter Traton gewechselt. Die Vergütung, die er und andere Betriebsräte bei VW in der Vergangenheit erhielten, war in den vergangenen Wochen Gegenstand eines Gerichtsverfahrens, in dem die Staatsanwaltschaft  Bewährungsstrafen für die zuständigen Personalmanager, denen Untreue zur Last gelegt wurde, gefordert hatte. Am Dienstag wurden die Manager freigesprochen.

UPDATE 28. September 2021: Freispruch im VW-Prozess ergänzt.

Ist Redakteur der Personalwirtschaft und betreut das Magazin als Projektleiter. Er kümmert sich außerdem um die crossmediale Verbreitung der Inhalte. Seine Themenschwerpunkte sind Employer Branding, HR-Software sowie Betriebliches Gesundheitsmanagement.