Seit geraumer Zeit steht Volkswagen immer wieder wegen seiner Sparmaßnahmen in den Schlagzeilen. Jetzt scheint es auch die „Automated Driving Alliance“ zu treffen. Einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge haben Insider mitgeteilt, dass VW die Allianz beenden wolle.
Die Allianz wurde 2022 von der Volkswagen-Software-Tochter Cariad und Bosch gegründet. Insgesamt arbeiten dort 1.500 IT-Experten und -Expertinnen an der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen für die Zukunft. Diese sollten laut Volkswagen mithilfe von KI „so natürlich wie ein Autofahrer agieren“. Ziel sei es gewesen, mit den Konkurrenten Tesla, Mercedes und chinesischen Herstellern mitzuhalten. Doch genau das scheint nicht gelungen zu sein und könnte nun mit ein Grund für die Auflösung der Allianz sein. Denn trotz der 1,5 Milliarden investierten Euros sollen der Bild zufolge interne Fachbereiche die Technik nicht für wettbewerbsfähig halten. Insbesondere auf Level 2, also das Fahren ohne Hände am Lenkrad in der Stadt, weise eine erhebliche Lücke zum Markt auf.
Neuer Partner für Weiterentwicklung der Technik
Das autonome Fahren soll damit jedoch nicht vollkommen aufgegeben werden, nur die Entwicklung solle nicht mehr vollkommen eigenständig stattfinden. Stattdessen sei Volkswagen nun auf der Suche nach einem neuen Partner, der die ab Level 2 benötigte Technologie bereits entwickelt hat. Diese Kooperation solle bis September 2026 abgesichert sein.
Wie genau es mit der Bosch-Allianz weitergehen soll, ist noch unklar. Die offizielle Kündigung soll dem Medienbericht zufolge frühestens ab heute erfolgen. Nach internen Berichten, die der Bild vorliegen, sei von rechtlichen und finanziellen Folgen die Rede.
Ein Sprecher von Cariad teilte der Bild mit, dass Entwicklungspartnerschaften fortlaufend daraufhin geprüft werden, ob sie weiterhin zu den strategischen Zielen des Unternehmens passten. Jedoch hätten sich Technologie und Markt in Europa anders entwickelt als zu Beginn der Partnerschaft erwartet. Bosch schloss sich diesen Äußerungen an. Beide geben jedoch keine Stellungnahmen zu den Inhalten vertraulicher Gespräche mit Partnern.
Die Trennung könne wohl als weitere Maßnahme des Sparprogramms gesehen werden, da der Konzern sich erhofft, durch den externen Zukauf der Technologien Millionen zu sparen, statt diese in Eigenentwicklung zu stecken.
Tonia Schöler ist Volontärin bei der Personalwirtschaft.

