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Die meisten Führungskräfte haben ein positives Bild

Die große Mehrheit (93 Prozent) der Führungskräfte hierzulande hält die Arbeitnehmerbeteiligung im Aufsichtsrat für sinnvoll. 84 Prozent sind der Meinung, dass sich die Arbeitnehmervertretung dort bewährt hat. Auch das Topmanagement teilt die positive Bewertung zum großen Teil: 78 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer halten die Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat für sinnvoll und für 74 Prozent hat sie sich bewährt. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Berufsverbands > Die Führungskräfte – DFK. An der Befragung haben sich 1.040 Führungskräfte beteiligt.

Ausdehnung von Vorschriften auf kleinere Unternehmen umstritten

Große Zustimmung findet es auch, dass nach dem Mitbestimmungsgesetz in den Aufsichtsräten von Unternehmen mit mehr als 2.000 Arbeitnehmern ein Sitz mit einem leitenden Angestellten besetzt werden muss. Für 71 Prozent der befragten Führungskräfte und 64 Prozent des Topmanagements hat sich diese Vorschrift bewährt. Diese Regelung auch auf kleinere Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitern auszudehnen, befürworten 64 Prozent der Führungskräfte, aber nur 38 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer.

Globalisierung als Gefahr für das deutsche Modell

Die befragten Führungskräfte sehen aber auch Gefahren für die Mitbestimmung deutscher Prägung heraufziehen. So glauben 62 Prozent, dass die Globalisierung unser heutiges Mitbestimmungsmodell gefährden könnte und 47 Prozent erwarten, dass die Mitbestimmungsregelungen innerhalb der Europäischen Union unter Aufgabe der deutschen Mitbestimmungsgesetze vereinheitlicht werden könnten. Vorstände und Geschäftsführer haben eine ähnliche Einschätzung.

Mehr als die Hälfte hält Vereinbarungslösungen für besser als ein Gesetz

Angesichts dieser Perspektiven sei es nicht überraschend, dass viele angestellte Führungskräfte sich dafür aussprechen, die bisher geltenden zwingenden gesetzlichen Regelungen zur Gestaltung der Mitbestimmung durch die Möglichkeit zu ersetzen, die Mitbestimmung über Vereinbarungslösungen zu gestalten, sagt der DFK-Vorsitzende Dr. Ulrich Goldschmidt. Allerdings sollte eine gesetzliche Regelung – für den Fall des Scheiterns einer Vereinbarung – immer noch zur Verfügung stehen. 53 Prozent der Führungskräfte und 63 Prozent des Topmanagements sprechen sich für diese Flexibilisierung der Mitbestimmung aus.

Mitbestimmung, ein Standortvorteil oder -nachteil?

Rund jede zweite Führungskraft (52 Prozent) ist der Meinung, dass die Mitbestimmung Vorteile für den Standort Deutschland mit sich bringt. 30 Prozent sehen dies eher neutral und für 13 Prozent handelt es sich um einen Standortnachteil. In der Gruppe der Vorstände und Geschäftsführer verbinden 40 Prozent die Mitbestimmung mit einem Standortvorteil, 34 Prozent sehen dies weder positiv noch negativ und immerhin ein Viertel sieht sogar eine Gefährdung des heimischen Standorts. Dass die Führungskräfte die Mitbestimmung insgesamt deutlich positiver bewerten als ihre Auswirkung auf den Standort Deutschland, liegt nach Ansicht von Goldschmidt vermutlich daran, dass die Mitbestimmung immer wieder kritisch kommentiert werde und sich der Eindruck verfestigt haben könnte, dass die negativen Kommentare auf mögliche inländische und ausländische Investoren abschreckende wirken könnten.