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Verbindliche Quote soll mehr Frauen in Vorstände bringen

Baustein mit Frau in Spitzenposition
Noch immer sind Frauen in den Führungsetagen von Großunternehmen unterrepräsentiert. Foto: fotogestoeber@stock-adobe.com

Frauen sind in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Um das zu ändern, hat die Bundesregierung eine Reform des Gesetzes zur Frauenquote beschlossen. Das Ziel: Mehr Frauen in den Vorstandsetagen. Offenbar erhofft man sich einen ähnlichen Effekt wie bei der seit 2016 geltenden Regelung, wonach börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Großunternehmen eine Frauenquote von 30 % in den Aufsichtsräten erfüllen müssen. Dies führte zu einer deutlichen Steigerung des durchschnittlichen
Frauenanteils in Aufsichtsräten. Im November 2020 lag der Anteil der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder von Privatunternehmen bei rund 35 %.

Geplante Reform: Ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau

Die nun von der Bundesregierung beschlossene Neuregelung sieht Folgendes vor: Bei großen Unternehmen, die
börsennotiert und paritätisch mitbestimmt sind, soll ab vier
Vorstandsmitgliedern in Zukunft mindestens eine Frau im Vorstand sein. Bislang mussten solche Unternehmen für ihre Vorstandsebene zwar sog. Zielgrößen zur Erhöhung des Frauenanteils in
Leitungspositionen festlegen. Eine feste Frauenquote war für die Vorstände bislang aber nicht vorgesehen. Rund drei Viertel der Unternehmen, die dazu
verpflichtet sind, haben sich auf Vorstandsebene entweder keine
Zielgröße oder aber die Zielgröße “Null” gesetzt. Demzufolge hat sich der Frauenanteil in den Vorständen im Vergleich zu den Aufsichtsräten weniger positiv entwickelt. 

Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes

Für Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung des Bundes soll künftig bereits bei mehr als zwei Mitgliedern im Geschäftsführungsorgan eine Mindestbeteiligung für Frauen und Männer gelten. Daneben soll die feste Mindestquote für den Aufsichtsrat Anwendung finden. Für die Leitungsorgane der Körperschaften im Bereich der Sozialversicherung soll eine Mindestbeteiligung von einer Frau und einem Mann eingeführt werden.

Führungspositionen in der Bundesverwaltung

Auch die Regelungen für den öffentlichen Dienst sollen weiterentwickelt werden: Gremien, bei denen der Bund zwei Mitglieder bestimmen kann, sollen künftig paritätisch besetzt werden. Das Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Bundesverwaltung bis zum Jahr 2025 soll im Bundesgleichstellungsgesetz gesetzlich festgeschrieben werden.

Quelle: Bundesregierung

ist freier Journalist aus Biberach/Baden und schreibt regelmäßig News und Artikel aus dem Bereich Arbeitsrecht.