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Lärmbelastung erschwert konzentriertes Arbeiten

Eine etwas angestrengt blickende Frau am Arbeitsplatz in einem Büro mit mehreren Kollegen und PC-Arbeitsplätzenn
In Büros weltweit hat die Lärmbelastung zugenommen.
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de

Als Argument für Großraumbüros wird zumeist angeführt, dass sie die Zusammenarbeit der Mitarbeiter fördern. Doch die Mehrheit der Mitarbeiter und Führungskräfte sagt, am Arbeitsplatz nahezu konstant Lärm ausgesetzt zu sein. Die Bedingungen sind schlechter als noch vor drei Jahren. Zunächst gibt rund ein Viertel der Angestellten weltweit als Grund für die höhere Lärmbelastung an, dass es weniger private Büros und mehr offene Arbeitsräume gibt. Ein Drittel (33 Prozent) berichtet, die Anzahl der Mitarbeiter pro Quadratmeter Bürofläche habe zugenommen. 31 Prozent stellen fest, dass die Zahl der Anrufe im Büro gestiegen ist. Das zeigt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Oxford Economics im Auftrag von Plantronics. Dafür wurden weltweit 2184 Mitarbeiter und Führungskräfte aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Großbritannien, den USA, Australien, China und Indien befragt.

Vor allem Telefongespräche stören Kollegen und Kunden

Mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) wird mehrmals täglich durch Lärm gestört. 36 Prozent sagen, Kollegen hätten sich bereits einmal über den Lärm beschwert, den sie selbst verursachen. Laute Telefongespräche sind für drei Viertel (74 Prozent) die größte Lärmquelle. Fast ein Drittel gibt an, dass sich Kunden am Telefon über die Geräusche im Hintergrund beschwert hätten. Vielen ist der Hintergrundlärm gegenüber Kunden und anderen Gesprächspartnern am Telefon auch peinlich.

Geräuschkulisse verringert Produktivität und Zufriedenheit

Die wachsende Geräuschkulisse führt vor allem dazu, dass sich die Büroangestellten nicht auf ihre Arbeit konzentrieren können, denn Lärm erzeugt Ablenkung, die die Produktivität der Mitarbeiter verringert, aber auch die Kundenzufriedenheit und letztlich die Geschäftsergebnisse, so die Studie. 63 Prozent der Mitarbeiter geben an, keinen Rückzugsort für konzentriertes Arbeiten zur Verfügung zu haben, was sich nicht nur negativ auf die Produktivität, sondern auch auf die Zufriedenheit und das Wohlbefinden auswirkt. In Deutschland bestätigen dies jedoch lediglich 17 Prozent der Befragten. International ziehen es Mitarbeiter in geräuschintensiven Büroumgebungen eher als andere Angestellte in Betracht, ihren Arbeitsplatz innerhalb der nächsten sechs Monate zu wechseln.

Die Mehrheit würde traditionelle Büros bevorzugen

Die große Mehrheit der Studienteilnehmer weltweit (94 Prozent) ist überzeugt davon, in einem weniger lauten Arbeitsumfeld produktiver zu sein. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Angestellten würden es vorziehen, ein einer tradionelleren Büroumgebung mit hohen Wänden oder Büros zu arbeiten.

Mitarbeiter müssen selbst zu Gegenmaßnahmen greifen

Die meisten Befragten (70 Prozent) geben an, dass ihr Arbeitgeber nichts unternimmt, um das Lärmproblem zu lösen. Entsprechend müssen die Angestellten selbst zu Maßnahmen greifen, um konzentriert und fokussiert arbeiten zu können. Nur ein Prozent der Mitarbeiter gibt an, das sei nicht notwendig; in der Vorgängerstudie vor drei Jahren waren es noch 20 Prozent. Drei Viertel der befragten Mitarbeiter weltweit wie in Deutschland machen einen Spaziergang an der frischen Luft, um anschließend wieder effektiv arbeiten zu können. Ein Drittel greift auf Headsets mit Active-Noise-Cancelling zurück, um Lärm und Ablenkung zu reduzieren.

Millennials sind Großraumbüros eher gewohnt, aber nicht weniger kritisch

Die Untersuchung ergab außerdem, dass Millennials, die 22- bis 36-Jährigen, eher an offene Büros gewohnt sind als ihre älteren Kollegen – vermutlich, so die Studienautoren, weil sich Großraumbüros in den letzten Jahren stark verbreitet haben und diese Generation ihre erste Berufserfahrung bereits in einem solchen Umfeld gemacht hat. Das heißt aber nicht, dass sie mit den vorgefundenen Bedingungen einverstanden sind. So stimmten nur neun Prozent der Millennials der Aussage zu, ein geräuschintensives Arbeitsumfeld als anregend zu empfinden, während es bei den älteren Kollegen 30 Prozent sind. Auch ist nur etwas mehr als ein Drittel dieser jüngeren Altersgruppe mit der Gestaltung ihres Büros zufrieden – im Unterschied zu fast der Hälfte der älteren Mitarbeiter. Fast 90 Prozent der Millennials – gegenüber 75 Prozent der Älteren – sind der Ansicht, dass es Aufgabe des Unternehmens ist, Maßnahmen zur Bewältigung von Lärm, Ablenkung und Informationsüberlastung zu ergreifen. 

Weitere Ergebnisse des Reports “Managing Noise” stehen > hier als in englischer Sprache als Powerpoint-Präsentation zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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