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Berufsstarter haben es in der Krise besonders schwer

Junge Frau schaut durch Jalousieschlitze aus dem Fenster
Vor allem für Berufsanfänger sind die Jobausichten infolge des Lockdowns schlecht.
Foto: © Melinda Nagy-stock.adobe.com

Zwischen Ende März und Ende Juni hat > Gehalt.de 673 092 Stellenanzeigen auf seinen Jobportalen ausgewertet. Während vor allem in Gastronomie (Rückgang der Stellenausschreibungen um mehr als 80 Prozent), Hotellerie und Touristik deutlich weniger Vakanzen ausgeschrieben waren, gibt es einige Berufe, die weiterhin gefragt sind.

Ingenieure und ITler auch jetzt am gefragtesten

Am begehrtesten waren Ingenieure im Bereich der Projektabwicklung. An sie richteten sich mehr als 17 Prozent aller Stellenangebote. In den ersten drei Berufsjahren können diese Fachkräfte etwa 49 200 Euro brutto im Jahr erwarten. Am zweithäufigsten mit einem Anteil von zwölf Prozent wurden Softwareentwickler im Bereich Backend gesucht. Hier kommen Berufsanfänger auf durchschnittlich 47 000 Euro. Die drittbesten Chancen haben IT-Berater: Sechs Prozent aller Anzeigen bezogen sich auf diesen Beruf, in dem Anfänger knapp 52 500 verdienen können. Vier Prozent der Jobinserate richteten sich an System- und Netzwerkadministratoren, die beim Berufseinstieg im Schnitt rund 35 800 Euro erhalten. Ebenfalls vier Prozent der freien Stellen entfielen auf Berufe der Krankheits- und Gesundheitspfleger; hier liegen die Gehälter in den ersten drei Jahren bei 34 600 Euro.

Berufseinsteiger – schlechtere Einstellungschancen und geringere Einstiegsgehälter

Abgesehen von auch jetzt weiterhin gefragten Jobs haben es vor allem Berufsanfänger derzeit schwer, eine Stelle zu finden. Wie Gehalt.de mit Bezug auf verschiedene Analysen berichtet, muss die jüngere Generation mit gravierenden Problemen auf dem Arbeitsmarkt rechnen; das betreffe auch Auszubildende, die Schwierigkeiten haben könnten, von ihrem Betrieb übernommen zu werden, womit die Jugendarbeitslosigkeit steigen würde. Auch Young Professionals mit Hochschulabschluss können laut Prognosen schlechter in der Berufswelt Fuß fassen. Neben einem kleineren Stellenangebot führten auch längere Auswahlprozesse zu Unsicherheit. Darüber hinaus zeigten Untersuchungen früherer Finanzkrisen, dass Berufsstarter während einer Rezession im Durchschnitt in kleineren Unternehmen anfangen, öfter in fachlich unpassenden Jobs landen oder für die angebotenen Aufgaben überqualifiziert sind – all das mache sich dann auch an der Gehaltshöhe bemerkbar, noch bis zu fünfzehn Jahre nach dem Berufsstart.

Der Effekt der Krise auf Einstiegsgehälter lässt sich momentan schwer vorhersagen. Es ist aktuell damit zu rechnen, dass diese im nächsten Jahr stagnieren oder nur minimal steigen werden,

schätzt Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de die Lage ein.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.