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Arbeitnehmer wollen sich weniger krumm machen

ein Mitarbeiter sitzt allein in einem Büro und arbeitet
Einsatzbereitschaft über das normale Maß hinaus wollen inzwischen weniger Arbeitnehmer in Deutschland zeigen als noch vor kurzem.
Foto (CCO): pexels.com

Der Global Talent Monitor, eine Studie von CEB, now Gartner, untersucht regelmäßig die Leistungs- und Wechselbereitschaft von Arbeitnehmern. Die aktuelle Bestandsaufnahme zeigt, dass die Bereitschaft der Mitarbeiter in Deutschland, sich über das erwartete Maß hinaus für die Firma zu engagieren, zurückgegangen ist. Im ersten Quartal dieses Jahres gaben 12,6 Prozent der Arbeitnehmer an, dass sie dazu bereit seien, während es im letzten Quartal 2017 noch fast vier Prozent mehr waren. Damit war die Motivation, sich außerordentlich einzusetzen, bei deutschen Berufstätigen im ersten Quartal niedriger als im internationalen Durchschnitt, der bei 15,2 Prozent lag. Die Daten für die Studie stammen aus der CEB Global Labour Market Umfrage, an der mehr als 22 000 Arbeitnehmer aus 40 Ländern teilgenommen haben, davon 1252 aus Deutschland.

Wechselbereitschaft niedriger als weltweit, aber steigend

Auch die Bereitschaft, beim derzeitigen Arbeitgeber zu bleiben, ist gesunken: Im letzten Quartal 2017 betrug sie bei den Mitarbeitern hierzulande noch 40,5 Prozent, im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 35,9 Prozent. International gaben im Schnitt 32,4 Prozent an, dass sie ihrem Unternehmen die Treue halten wollen. Auch wenn es um die aktive Suche nach Jobalternativen geht, sind deutsche Beschäftigte loyaler: Ein im Rahmen der Studie ermittelter Aktiv-Passiv-Score, der die Neigung der Beschäftigten misst, sich nach einer neuen Stelle umzuschauen, ist in Deutschland von 37 auf 39,2 (von 100) gestiegen. Zum Vergleich: Der globale Durchschnitt lag im ersten Quartal 2018 bei 43,8. Obwohl sich die Berufstätigen in Deutschland mehr an ihren Arbeitgeber gebunden fühlen als Mitarbeiter im globalen Durchschnitt und seltener aktiv nach Jobalternativen Ausschau halten als diese, ist die Bindung doch nicht mehr so stark wie noch vor kurzem.

Die Zunahme der aktiven Arbeitssuche und die geringere Bereitschaft, im eigenen Unternehmen zu bleiben, bedeuten zusammengenommen, dass vergleichsweise mehr Arbeitnehmer in Deutschland eine berufliche Veränderung anstreben,

sagt Daniel Dirks, Consulting Director EMEA bei Gartner. Um Mitarbeiter dazu zu motivieren, bei ihrem Arbeitgeber zu bleiben, sollten Führungskräfte sich darauf konzentrieren, wie sie die positiven Aspekte ihres Unternehmens besser zur Geltung bringen, so Dirks.

Zufriedener mit Unternehmensstabilität als mit Karriereperspektiven

Die Studienteilnehmer wurden auch danach gefragt, womit sie in ihrem aktuellen Unternehmen zufrieden oder unzufrieden sind. Was die Zukunftsaussichten betrifft, so sind die Arbeitnehmer hierzulande am zufriedensten mit der Stabilität des Unternehmens; fast jeder zweite (46,2 Prozent) gab dies an. Am wenigsten zufrieden zeigen sie sich mit ihren persönlichen Entwicklungsperspektiven: Lediglich etwas mehr als ein Viertel (27,4 Prozent) denkt, dass er bei seinem Arbeitgeber gute Karriereaussichten hat. Im Vergleich mit anderen Ländern steht Deutschland hier besser da: International sind 33 Prozent der Beschäftigten mit der Stabilität ihres Unternehmens zufrieden und 19,9 Prozent mit ihren künftigen Entwicklungsoptionen.

Geht es um den Faktor Mensch im Unternehmen, sind 47 Prozent der Berufstätigen in Deutschland mit dem Umgang der Kollegen untereinander zufrieden, mit der Reputation der eigenen Führungsspitze jedoch nur 36,4 Prozent.

Weitere Informationen zum Report gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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