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Mobiles Arbeiten: noch viel zu tun

Mann in Business-Kleidung arbeitet im Café am Laptop und telefoniert mit dem Handy
Nur eine Minderheit der Deutschen arbeitet bislang mobil. Männer bekommen vom Arbeitgeber öfter digitales Equipement als ihre weiblichen Kollegen.
Foto: © zphoto83/Fotolia.de

Jedes Jahr misst der Digital Index der Initiative D21 den Grad der Digitalisierung in Deutschland und deren Entwicklung in der Bevölkerung. Die aktuelle Auswertung zeigt, dass die Gesellschaft zwar zunehmend digitaler wird, die Möglichkeiten neuer mobiler Arbeitsformen aber nur von einer Minderheit in Anspruch genommen werden.

Für acht von zehn Bundesbürgern gehört die Nutzung des Internets mittlerweile zum Alltag. Insgesamt begegnen die Deutschen der Digitalisierung aufgeschlossener und kompetenter als noch vor einigen Jahren. Ein Großteil der Bevölkerung kann mit Standardanwendungen umgehen. Der Digitalisierungsindex stieg im Vergleich zu 2016 um zwei Punkte und steht nun bei 53 auf einer Skala zwischen 0 und 100. Komplexere Fähigkeiten wie etwa Programmierkenntnisse werden jedoch bisher weder schulisch noch beruflich systematisch vermittelt. Viele neue Fertigkeiten eignen sich die Menschen eher “on the job” oder aus privatem Interesse an. Das sind Ergebnisse des D21 DIGITAL INDEX 2017/2018. Für die Studie der Initiative D21 wurden rund 20 500 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt. Der Digitalisierungsgrad berechnet die Möglichkeiten zum Zugang, zur Nutzung, dem Maß der Kompetenz und der Offenheit gegenüber dem Internet und den damit verbundenen technischen Möglichkeiten.

Nur jeder Sechste arbeitet mobil und flexibel

Ob Telearbeit, Home Office oder mobiles Arbeiten: Die Ergebnisse zeigen, dass diese Dinge in Deutschland noch lange nicht selbstverständlich, sondern eher die Ausnahme sind. So arbeiten derzeit lediglich 16 Prozent der Erwerbstätigen ständig oder gelegentlich mobil von unterwegs oder flexibel von zuhause aus. Bei den Männern sind es 19 Prozent, bei den Frauen 14 Prozent. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) geben an, in ihrem Beruf sei mobiles Arbeiten nicht möglich. Rund ein Viertel (26 Prozent) sagt, das sei in ihrem Unternehmen oder Bereich nicht möglich. Immerhin ein Fünftel 21 Prozent) ist nicht an mobilem Arbeiten interessiert oder möchte das nicht.

Nachholbedarf bei der Arbeitsausstattung

Für mobiles Arbeiten ist eine entsprechende Technikausstattung notwendig. Doch nicht einmal jedem zweiten Berufstätigen mit Bürojob (45 Prozent) stellen die Arbeitgeber einen Laptop bereit; 29 Prozent verfügen über einen Fernzugang (VPN) zum Firmennetz. Ein kostenloses Smartphone erhalten 21 Prozent der Büroangestellten. Ebenfalls 21 Prozent nutzen Videokonferenzen. 16 Prozent bekommen Kollaboration-Tools zur Arbeit an geteilten Dokumenten gestellt und ebenso viele erhalten vom Unternehmen einen Tablet-PC. Immerhin 41 Prozent werden keine der Geräte oder Medien vom Arbeitgeber gestellt.

Männer sind besser mit digitaler Technik ausgerüstet

Insgesamt sind Metarbeiter zwischen 30 und 49 Jahren am besten mit Geräten seitens des Unternehmens ausgestattet. Nur bei Laptops gibt es kaum einen Unterschied hinsichtlich der Altersgruppen. Allerdings sind Männer privilegiert: Sie bekommen bis zu viermal häufiger Hard- und Software vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt als Frauen. Eigene Geräte zur Arbeit mitbringen darf lediglich rund jeder hundertste Berufstätige. Hier zeichnet sich jedoch leicht die Tendenz ab, dass “Bring Your own Device” bei jüngeren Mitarbeitern im Kommen ist.

Die vollständigen Studienergebnisse gibt es > hier als Download.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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