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Für Blue Collars sind Überstunden die Regel

Logistik-Mitarbeiterin lehnt müde an Paketstapel
Die meisten Blue Collars sind von Überstunden gestresst. Frauen erhalten für Mehrarbeit seltener einen Ausgleich als Männer.
Foto: © dusanpetkovic1/StockAdobe

Fast jeder zweite Arbeitnehmer (46 Prozent) im Blue-Collar-Bereich und damit die Mehrheit arbeitet tarifgemäß zwischen 38 und 40 Stunden in der Woche. 13 Prozent arbeiten mehr als 40 Stunden und 18 Prozent weniger als 30, also in Teilzeit. Mit 85 Prozent üben die meisten Nichtakademiker nur einen Job aus. Zwölf Prozent haben noch eine zweite Tätigkeit und drei Prozent sind in drei oder noch mehr Arbeitsverhältnissen tätig.

Drei Viertel der nichtakademischen Kräfte leisten Mehrarbeit

74 Prozent aller Nichtakademiker arbeiten laut Studie regelmäßig mehr als in ihren Arbeitsverträgen vereinbart. 23 Prozent leisten zwischen zwei und vier Überstunden wöchentlich, 13 Prozent arbeiten zwischen vier und sechs Stunden zusätzlich und 15 Prozent kommen auf mehr als sechs Stunden pro Woche. Das zeigt der aktuelle Blue-Collar-Kompass 02/2019, für den im Auftrag von > Mobilejob im Juni dieses Jahres 1000 Arbeitnehmer mit nichtakademischem Hintergrund befragt wurden.

Jeder dritte Blue Collar fühlt sich häufig oder immer im Stress

Ein überdurchschnittliches Arbeitsaufkommen und Überstunden stellen für 65 Prozent der Befragten einen Stressfaktor dar. Rund neun von zehn Nichtakademikern (89 Prozent) geben an, dass sie regelmäßig beruflich bedingten Stress verspüren. Gut jeder Dritte (35 Prozent) sagt sogar, sich oft oder immer gestresst zu fühlen. Nichtakademische Tätigkeiten seien zumeist körperlich fordernder als Jobs, die Akademiker ausfüllen, kommentiert Mobilejob-Geschäftsführer Steffen Manes die Studienergebnisse. Mehrarbeit wirke sich bei den Blue Collars daher nachhaltiger auf den Körper und die Motivation aus. Er gibt zu bedenken, dass nichtakademische Profile bei Stellenbesetzungen heute die längsten Vakanzzeiten aufweisen.

Arbeitgeber, die gefragten Mitarbeitern mehr zumuten als eigentlich im Arbeitsvertrag vereinbart, könnten sie an den Wettbewerb verlieren,

so Manes. Unternehmen sollten daher vor allem die Entwicklung der Mehrarbeit in ihrer Belegschaft im Auge behalten.

Männer bekommen öfter einen Ausgleich für Überstunden als Frauen

Die meisten Blue Collars erhalten für die geleisteten Überstunden einen monetären oder Freizeitausgleich vom Arbeitgeber: 57 Prozent derjenigen, die Mehrarbeit leisten, feiern sie durch Freizeit wieder ab. 23 Prozent geben an, dass ihre Überstunden vergütet werden. Bei circa jedem Fünften ist die zusätzliche Arbeit jedoch schon mit dem Gehalt abgegolten. Auffallend ist, dass Frauen seltener einen Ausgleich erhalten als ihre männlichen Kollegen: Während der Anteil der Männer, die ihre Überstunden nicht kompensiert bekommen, 18 Prozent beträgt, liegt der der Frauen bei 24 Prozent.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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