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Bertelsmann-Tochter schließt sieben Standorte

Der Arvato-Tower in Gütersloh
Fast tausend Menschen verlieren ihre Arbeit, wenn Arvato nächstes Jahr sieben Standorte schließt. Foto: Arvato/Bertelsmann

Arvato will sich von sieben Call-Centern trennen. Alle Standorte befinden sich in Ostdeutschland. Damit werden voraussichtlich 950 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Bereits im Januar hatte Bertelsmann angekündigt, den Verkauf von Teilen seiner Dienstleistungstochter Arvato in Betracht zu ziehen. Arvato betreibt unter anderem Servicecenter und IT-Systeme für seine Kunden oder übernimmt für sie Logistik- und Finanzdienstleistungen. Gestern gab Arvato bekannt, dass sieben der 34 Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen. Zum 30. April 2019 will sich Arvato von den Niederlassungen in Leipzig, Gera und Cottbus trennen, zum 30. Juni 2019 sollen die Standorte in Dresden, Halle, Suhl und Magdeburg geschlossen werden.

Arvato betreibt unter anderem für Facebook die umstrittenen Löschzentren an verschiedenen europäischen Standorten, auch in Berlin. Dieser Bereich sollte offenbar zunächst auch von der Schließung betroffen sein, bleibt nun aber Medienberichten zufolge doch bestehen. Betroffen sind ausschließlich Jobs in der Kundenkommunikation.

Standorte sind zwar profitabel, werfen aber nach Ansicht des Konzerns zu wenig ab

Die Schließung der Standorte begründete Bertelsmann zunächst damit, dass das Dienstleistungsgeschäft mit Callcentern (und den Löschtrupps für Facebook) zwar profitabel sei, aber zu wenig abwerfe, um in das digitalgetriebene Geschäft auch in Zukunft aus eigener Kraft genug investieren zu können. Gegenüber MDR Aktuell ließ ein Unternehmenssprecher verlauten, der Grund für die geplante Schließung seien zu geringe Aufträge. In einer schriftlichen Stellungnahme habe es weiter geheißen, Personalkostenstruktur, Produktivität und Größe der jeweiligen Standorte hätten dazu geführt, dass eine wirtschaftliche Fortführung der betroffenen Servicecenter nicht mehr möglich sei.

Verdi bezeichnet Standortschließungen als skandalös

Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Schließung bei Arvato als skandalös und forderte sichere Beschäftigungsperspektiven für die Betroffenen an den betroffenen Standorten. Nach eigenen Angaben will Arvato mit den Arbeitnehmervertretungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan verhandeln.

> Arvato mit Hauptsitz in Gütersloh beschäftigt weltweit rund 70 000 Mitarbeiter.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.