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Deal zwischen EON und RWE bringt Stellenabbau

Der Innogy-Tower in Essen aus der Froschperspektive
Durch den Verkauf der RWE-Tochter Innogy an Eon wird der Energiemarkt in Deutschland neu geordnet.
Foto: Innogy SE

Die beiden größten deutschen Energieversorgungsunternehmen Eon und RWE, jahrelang Konkurrenten, haben einen gemeinsamen Deal bekanntgegeben: Sie teilen ihre Geschäfte auf und Eon wird die RWE-Tochter Innogy übernehmen. Zustimmung kommt sowohl von Seiten der Politik als auch von den Gewerkschaften.

> Eon und > RWE hatten am Wochenende angekündigt, dass sie das Energiegeschäft untereinander aufteilen wollen. Eon wird die erst zwei Jahre alte RWE-Tochter > Innogy kaufen. Anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz von heute Morgen in Essen gaben Eon-Chef Johannes Teyssen und RWE-Chef Rolf Martin Schmitz nähere Einzelheiten zum Deal bekannt.Während Eon von Innogy das Netzgeschäft erhält, wird die RWE AG, die bislang nur konventionelle Kraftwerke betreibt, die Stromversorgung aus erneuerbaren Energien übernehmen – sowohl die von Innogy als auch die von Eon. RWE hält noch 76,8 Prozent der Innogy-Anteile und soll dafür mit rund 16,7 Prozent an Eon beteiligt werden sowie als Ausgleich noch 1,5 Milliarden Euro zahlen.

Wegfall von bis zu 5000 Arbeitsplätzen einkalkuliert

Zwar wurden noch keine bindenden Verträge abgeschlossen, doch mit der Vereinbarung würde der Ökostrom- und Netzanbieter Innogy völlig zerschlagen. Theissen kündigte heute an, dass nach der Übernahme bis zu 5000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Freude bei Anlegern, Konsens bei Politik und Gewerkschaften

Die Nachricht von der Vereinbarung zwischen den Energieriesen ließ sofort die Aktienkurse hochschnellen. Schmitz sagte auf der Pressekonferenz: “Bei der Kurssteigerung leuchten mir jetzt schon Dollarzeichen in den Augen.”

Während Eon und RWE sowie Anlegen über den Coup jubilieren, sehen Bundesregierung und Gewerkschaften zumindest keinen Anlass für Kritik. Angela Merkel zitierte in Berlin Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, die erklärt habe, es sei gut, wenn es in Deutschland wettbewerbsfähige und international orientierte Energieversorger gebe. Die Gewerkschaften Verdi und IG BCE erkennen in den zwei starken deutschen Energiekonzernen laut Medienberichten “Perspektiven für Wachstum und Arbeitsplätze” und rechnen damit, dass es bei der Neuordnung keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird und bestehende Tarifverträge erhalten bleiben.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.